Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandNeue Leitungen nicht an Rast- oder Brutplätzen errichten
Tausende Kraniche fliegen zurück in ihre Brutreviere in Mittel- und Nordeuropa. Auf dem Weg dahin gibt es einige Hindernisse: So stellen Stromleitungen eine tödliche Gefahr für Kraniche dar.
Kraniche – Foto: Frank Derer
07. Februar 2024 – Die guten Wetterbedingungen mit Rückenwind haben in der vergangenen Woche für einen starken Kranichzug gesorgt. Vor allem über Nordrhein-Westfalen und Hessen wurde viele Kraniche beobachtet.
In den vergangenen Tagen wurde das Zuggeschehen etwas ruhiger, im Vergleich zum vergangenen Jahr gingen deutlich weniger Meldungen gingen auf Ornitho.de ein. 2023 wurden viele Beobachtungen von Ende Januar bis weit in den Februar hinein gemeldet. Diese Flaute könnte mit dem Durchzug stürmischer Regengebiete zusammenhängen – bei Regen und Gegenwind ziehen Kraniche ungern. Am 6. Februar wurden wieder mehr Tiere gemeldet. Bei idealen Wetterbedingungen, also trocken und mit Rückenwind aus Südwest, war auf den Hauptrouten in Nordrhein-Westfalen und Hessen wieder mehr los.
Übrigens, auch auf der Plattform NABU|naturgucker können Kraniche, Kormorane und Feldgänse gemeldet werden.
Kraniche haben hohes Kollisionsrisiko mit Stromleitungen
Viele Kraniche sind in diesen Wochen auf dem Weg in ihre Brutgebiete in Mittel- und Nordeuropa. Doch auf dem Weg dahin gibt es auch manche Hindernisse, beispielsweise Stromleitungen. Kraniche gehören zu den Vögeln mit sehr hohem Kollisionsrisiko. Als große und schwere Vögel mit eingeschränkter Manövrierfähigkeit können sie den Stromleitungen teilweise nur schwer ausweichen. Stromleitungen in der Nähe von Kranichrastgebieten oder auf Hauptflugrouten, zum Beispiel zwischen Schlaf- und Nahrungsplätzen, sind für sie besonders gefährlich.
Im Oktober 2017 sind beispielsweise 50 Kraniche im Landkreis Havelland in Brandenburg in eine Stromleitung geflogen und daraufhin verstorben. Schützen können wir die Tiere, indem neue Stromleitungen nicht in der Nähe von Kranichrast- oder Schlafplätzen und möglichst auch nicht in der Nähe von Brutplätzen errichtet werden. Leitungen in sensiblen Gebieten sollten mit Vogelschutzmarkierungen ausgestattet werden. Davon profitieren dann auch zahlreiche weitere kollisionsgefährdete Arten.
Weitere Kranich-Infos
Kraniche im Flug – Foto: Günter Nowald
02. Februar 2024 – Der starke Rückreiseverkehr hielt die ganze Woche über an. Besonders viele Meldungen über Kranichbeobachtungen gingen am Freitag ein. Wer etwa im Rhein-Main-Gebiet ab dem Mittag ins Wochenende startete, konnte die Kraniche gar nicht übersehen oder überhören. Aber auch die NRW-Route wurde wieder beflogen.
Spannend ist es, die Wege der von Kranichschutz Deutschland markierten Kraniche zu verfolgen. So verbrachte der bereits 2008 als Jungvogel beringte „Tim“ samt Partnerin den Winter zunächst in den Mooren Niedersachsens, kehrte bereits zum Jahreswechsel zu seinem Brutrevier in Mecklenburg-Vorpommern zurück, von wo ihn der Kälteeinbruch Mitte Januar wieder in den milderen Westen vertrieb. Kaum war die Kälte weg, flog „Tim“ zurück nach Osten.
Anders hielt es Jungkranich „Karl“, der mit seiner Familie Ende November in einem Rutsch zum Stausee Lac du Der in der französischen Champagne flog und dort sechs Wochen blieb. Am 11. Januar flog die Familie rund 400 Kilometer weiter nach Süden ins Massiv Central. Zwei Wochen später zog es „Karl“ aber wieder nach Norden zum Lac du Der.
Tausende Kraniche kehren zurück
Die ersten Zugvögel verlassen Winterquartiere in Südeuropa
30. Januar 2024 – Die Kraniche brechen auf: Die ersten Zugvögel haben ihre Winterquartiere verlassen um zu ihren Brutrevieren in Zentraleuropa und Südskandinavien zu gelangen. So ist beispielsweise von Anfang Januar bis zum 25. Januar die Zahl der gemeldeten Kraniche von 7.000 bis 14.000 in der Arjuzanx im Südwesten Frankreichs zunächst gestiegen. Am Sonntag, 28. Januar, waren es dort dann 3.000 Vögel weniger. Das heißt, dass sich Tausende bereits auf den Weg Richtung Norden gemacht haben.
Sichtungen vom Südwesten bis in den Nordosten Deutschlands möglich
Die aktuellen Kranichmeldungen Ende Januar 2024 – Screenshot: Ornitho.de/DDA (30. Januar)
Ähnlich sieht es am See Lac du Der-Chantecoq in der Champagne im Nordosten Frankreichs aus. Bis Mitte Januar sammelten sich dort 30.000 Kraniche, am Sonntag (28.1.) wurden dann nur noch 12.620 gezählt. Es dürften also mehr bereits 15.000 Kraniche zurückgeflogen sein. Und das auf sehr breiter Front, sowohl über Saarland, Rheinland-Pfalz als auch Nordrhein-Westfalen.
Die abgebildete Grafik mit den Kranichmeldungen könnte auf den ersten Blick auch aus dem Herbst 2023 stammen, denn die Zugroute sah im vergangenen Jahr sehr ähnlich aus. Aus den Meldungen geht allerdings hervor, dass nun die Zugrichtung Osten beziehungsweise Nordosten ist.
Was außerdem gerade am Himmel zu beobachten ist: Es sind bereits größere ziehende Gruppen über Deutschland zu sehen. Denn Kraniche ziehen auf dem Heimzug in ihre Brutreviere zeitlich meist kompakter.
Rückblicke Kranichzug
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Patenschaft für Zugvögel
Zugvögel legen jedes Jahr tausende Kilometer zurück. Doch zwischen Brutplatz und Winterquartier lauern viele Gefahren. Helfen Sie unseren Zugvögeln, in ihren Brutgebieten und auf ihrer gefährlichen Reise zu überleben. Mehr →
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