Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandEhrenamtliche bereiten die Saison vor
Die Amphibienwanderung steht in den Startlöchern. Die ersten Tiere sind bereits zu sehen. Jetzt werden helfende Hände gesucht, die Schutzzäune an viel befahrenen Straßen aufbauen.
Immer wieder werden aktuell Feuersalamander gemeldet – Foto: Thomas Thieme/NABU-naturgucker.de (Archiv)
29. Januar 2024 – Wir berichten an dieser Stelle auch in diesem Jahr über das Wandergeschehen der Amphibien. Der Startschuss jeder neuen Amphibiensaison hängt vom Wetter ab. In manchen Jahren geht es bereits Ende Januar los, während sich in anderen vor Anfang März kaum eine Kröte sehen lässt. In diesem Jahr gibt es bereits jetzt erste Aktivitäten: Seit Dezember wurden im Onlineportal NABU-Naturgucker gelegentlich vereinzelt Grasfrösche und Springfrösche gemeldet, die bereits im Herbst die Laichgewässer aufgesucht haben und dort überwintern. Außerdem machen sich einige Teich- und Bergmolche bemerkbar, die in Gartenteichen überwintern. Immer wieder werden Feuersalamander gemeldet, die an frostfreien Tagen in den typischen Waldlebensräumen vor allem der Mittelgebirge auffallen. Im Odenwald wurden auch schon die ersten Larven gesichtet. Feuersalamander sind lebendgebärend und setzen die Larven direkt in kleine Waldbäche ab.
Das milde Wetter der vergangenen Tage hält weiter an. Voraussichtlich wird es vor allem entlang des Rheins auf voller Länge spätestens Mitte dieser Woche richtig gute Amphibienwanderbedingungen geben. Braunfrösche aller Art, Teichmolche und vielleicht die eine oder andere Erdkröte dürften sich zeigen. Das kann gegebenenfalls auch Teile des nordwestdeutschen Flachlandes und die Ostseeregion betreffen. Allerdings werden sicher erst mal nur wenige Pioniere unterwegs sein – oder Tiere mit besonders kurzen Wegstrecken.
Aktive errichten hunderte Schutzzäune bundesweit
Ehrenamtliche bauen einen Krötenzaun auf – Foto: Klaus Götze
Auch wenn mehr und mehr feste Amphibienquerungen gebaut werden, gibt es bundesweit immer noch hunderte Stellen, an denen Naturschützer*innen bereits jetzt beziehungsweise in den kommenden Wochen Leitzäune aufstellen. Beispielsweise baut der NABU Mönchengladbach aktuell zwei Schutzzäune an viel befahrenen Straßen auf.
Die wandernden Tiere versuchen, die Zäune zu umwandern und fallen dabei in Eimer, die in den Boden gelassen sind. Ehrenamtliche tragen die Amphibien in Transporteimern anschließend über die Straße, erfassen sie meist in Listen und lassen diese dann frei.
Zusätzliche Helfer*innen sind stets willkommen. Auch für Anfänger*innen ist diese Tätigkeit gut geeignet, ebenso für Kinder und Jugendliche.
Können Sie auch von Wandergeschehnissen in Ihrer Region berichten? Dann schreiben Sie uns doch gerne und schicken Sie uns Fotos zu: ressort-artenschutz@NABU.de.
So können Sie helfen
Es gibt wohl kaum eine Naturschutzgruppe, die nicht dringend weitere Helfer*innen sucht, denn Amphibienschutz ist aufwändige Handarbeit. Um mitzumachen, sind Vorkenntnisse nicht zwingend nötig. Die Saison erstreckt sich in der Regel über zwei bis drei Monate, mit dem Höhepunkt gegen Mitte März. Es ist schön, wenn jemand an vielen Tagen mit anpacken kann, wer nur einmal oder zweimal Zeit hat, ist aber auch willkommen.Zunächst müssen Zäune aufgestellt werden – teils übernimmt das die Kommune oder die Straßenbauverwaltung. Stehen die Zäune, müssen diese jeden Tag kontrolliert werden, am besten am frühen Abend und am frühen Morgen. Befinden sich Amphibien in den Eimern, werden diese in Transporteimer umgefüllt und über die Straße getragen. In der Regel werden dabei auch Anzahl, Arten und Geschlechter notiert. Wie die Hilfe funktioniert, wie man die Tiere richtig anfasst, wie man Grasfrösche von Springfröschen oder Bergmolche von Teichmolchen unterscheidet, ist schnell gelernt.Wer weiß, dass im Heimatort oder in der Nachbarschaft Krötenzäune betreut werden, kann sich einfach an die jeweilige Naturschutzgruppe wenden. Ist dies nicht bekannt, lohnt es sich, auf den lokalen NABU-Websites nachzuschauen. Mehr als tausend Schutzzäune samt Kontaktadressen sind zudem in der Schutzzaundatenbank des NABU-Bundesfachausschusses Feldherpetologie versammelt.
Rückblick 2023
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