Source: Universitat Hamburg13. Dezember 2023, von Newsroom-Redaktion
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Nachhaltigkeitspolitik kann je nach Region wirtschaftlich und sozial sehr unterschiedlich wirken
Prof. Dr. Moritz Drupp (Arbeitsgruppe Nachhaltigkeitsökonomik der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften) und sein Team werden mit dem Joachim Herz Preis 2024 ausgezeichnet. Ziel des Forschungsprojekts „Mapping effects of environmental policies (MEEP)“ ist eine Wissensplattform mit interaktiven, deutschlandweiten Karten zu den Effekten von Umweltpolitik.
Für die Jury war der praktische und politische Bezug ausschlaggebend, da die Forschungsergebnisse zu der Verteilungswirkung ökologischer Politik öffentlich nutzbar sein sollen. Die Wissensplattform bietet detaillierte Informationen, wie ein Wohnort oder Landkreis von Klimaschutzmaßnahmen betroffen ist. Die Preisverleihung findet im April 2024 im Rahmen einer mehrtägigen Konferenz in Hamburg statt.
Das Team um Prof. Drupp befasst sich mit den regional unterschiedlichen Auswirkungen des Klimawandels und der Umweltpolitik, die bislang deutschlandweit noch weitestgehend unerforscht sind. Methodisch greift die Forschungsgruppe auf ökonomische Analysen zurück, die um interdisziplinäre Komponenten beispielsweise aus der Meteorologie oder der atmosphärischen Chemie ergänzt werden. Gegenstand der Untersuchung sind die Effekte umweltpolitischer Maßnahmen wie zum Beispiel der Ökosteuer auf die C02-Emissionen und die Luftverschmutzung. Über statistische Methoden lassen sich die Umweltauswirkungen der Klimaschutzmaßnahmen in ihrer räumlichen Verteilung modellieren.
Prof. Dr. Moritz Drupp Foto: privatBesonders innovativ ist, dass dargestellt werden kann, wie Nachhaltigkeitspolitik regional wirtschaftlich und sozial sehr unterschiedlich wirkt. Denn während eine Region zum Beispiel von der Abschaltung eines Kohlekraftwerks durch weniger Luftverschmutzung profitiert, könnte eine andere Region durch den Verlust eines großen Arbeitgebers Schaden nehmen.
Die Joachim Herz Stiftung betonte, dass Prof. Drupp und sein Team mit ihrer Forschung das Ziel verfolgten, einen Beitrag zur nachhaltigen gesellschaftlichen Transformation zu leisten. Das Forschungsprojekt MEEP ermögliche wissensbasierte Entscheidungsgrundlagen für erforderliche politische Maßnahmen ebenso wie eine notwendige faktenbasierte gesellschaftliche Debatte.
Jurymitglied Dr. Joachim Winter, Professor für Empirische Wirtschaftsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München, erklärt: „Die Idee von MEEP ist einzigartig, weil die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darin berücksichtigen, wie ihre wichtigen Forschungsergebnisse für die Öffentlichkeit nachvollziehbar und erlebbar werden und dazu beitragen können, die Akzeptanz von Politikmaßnahmen zu erhöhen, indem jede und jeder Einzelne sieht, wie betroffen wir von Umweltzerstörung und Klimawandel, aber auch von den politischen Maßnahmen sind, die diese Wirkung abschwächen sollen.“
