Source: Verdi – Vereinten DienstleistungsgewerkschaftFür die Beschäftigten sind deutliche Lohnsteigerungen oftmals eine Existenzfrage. Gerade in den großen Städten, in denen die großen Kinos ihre Standorte haben, ist das Wohnen oft unerschwinglich geworden. Die UCI-Beschäftigte weiß von Kolleg*innen, die immer noch zuhause wohnen müssen, weil ihr Einkommen für ein eigenständiges Leben nicht ausreicht. Wenn überhaupt ist höchstens eine Zimmer in einer Wohngemeinschaft drin. „Und“, sagt die Beschäftigte, „man möchte sich auch mal was leisten können. Sei es das Auto für den Arbeitsweg, der Wocheneinkauf oder mal das eine oder andere Elektrogerät. Für die meisten im Kino sind diese Sachen Luxusgüter und nur zu bewerkstelligen, weil sie an anderen Enden sparen. Man möchte sich gesünder ernähren oder ins Fitnessstudio gehen, aber all diese Sachen sind Mehrkosten, die man sich unter Umständen wirklich nicht leisten kann.“
Die Kinos sind aus der Krise raus
Es sind wichtige Gründe, die Forderungen der Beschäftigten ernst zu nehmen und sie in den kommenden Wochen beim Wort zu nehmen. Sie werden sich das Rampenlicht nehmen, das ihnen zusteht. Zumal das Kinojahr 2023 verspricht, wieder auf dem Vor-Corona-Niveau abzuschließen. Auswertungen der Filmförderanstalt des Bundes (FFA) belegen für das erste Halbjahr ein Ende der Krisenentwicklung aus den Vorjahren. „Es ist völlig klar, dass sich diese positive Entwicklung auch in der Tariflohnentwicklung widerspiegeln muss“, sagt Richards.
Symptomatisch sei weiterhin, dass an vielen Standorten der Kinokonzerne auch wegen des diesjährigen guten Geschäfts ein erheblicher Personalmangel bestehe, und das läge maßgeblich an den zu niedrigen Einstiegslöhnen. „Die Strategie der Kinokonzerne, an die Beschäftigten ab und zu Freikarten auszuteilen oder mit anderen sogenannten Incentives zu locken, geht ganz offensichtlich nicht auf“, betont Richards. Die Beschäftigten bräuchten stattdessen attraktivere Jobs und deutlich höhere Stundenlöhne.
Und die haben sehr genaue Vorstellungen davon, wie ihre Arbeit zukünftig tarifiert werden soll. Das reicht von den 14 Euro Einstiegslohn über deutlich höhere Stundenlöhne für erfahrene Beschäftigte von 16,50 Euro bis zu 22 Euro, über Zulagen bis zu Jahressonderleistungen von bis zu 1.100 Euro. Und das alles bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
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Film ab: Kinobeschäftigte fordern 14 Euro Einstiegslohn
