Post

Kranich-Herbstzug auf dem Höhepunkt

Kranich-Herbstzug auf dem Höhepunkt

Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandNach Hessen nun auch Zehntausende im Flug über NRW

Die meisten Kraniche haben sich dieses Jahr recht lange an den großen Rastplätzen an der Ostseeküste, an Oder, Havel und Spree sowie in den niedersächsischen Mooren aufgehalten. Jetzt brechen sie Richtung Winterquartiere auf.

Kraniche – Foto: Manfred Ziegler/www.naturgucker.de

16. November – Letzten Sonntag gab es auf der NRW-Route den ersten nennenswerten Zug dieses Herbstes, über Hessen flogen gleichzeitig sogar rund 50.000 Kraniche. Seitdem war es vergleichsweise ruhig, aber heute geht es richtig rund. Schon am Vormittag zogen Zehntausende Kraniche über NRW, der Weg von den Rastplätzen in den niedersächsischen Mooren ist ja auch nicht weit.
Nach dem Überflug von Ruhrgebiet, Sauerland und Bergischem Land erreichten zur Mittagszeit die ersten Kranichtrupps das Rheinland. Aus dem Raum Köln/Bonn wird es wohl in westlicher Richtung weiter über die Eifel nach Belgien und Nordfrankreich gehen.
Beobachtungen gibt es auch über dem Rhein-Main-Gebiet und der Nahe, der Schwerpunkt liegt heute aber klar über NRW. Guten Flug!
Weitere Kranich-Infos
12. November – Fast eine Woche lang waren auf den Hauptrouten über Deutschland nur wenige Kraniche zu sehen. Überhaupt ist das Kranichzuggeschehen in diesem Herbst bisher recht zurückhaltend. Am Samstag flogen aber im Nordosten endlich wieder größere Gruppen los, auf der Hessenstrecke waren wohl mehrere tausend Vögel unterwegs. Am Sonntag nahm der Zug weiter Fahrt auf. Erneut wurde vor allem die Hessenroute beflogen, wobei die Kraniche in Mittelhessen den Weg über die Wetterau wählten und zum größten Teil am Taunus vorbei über Frankfurt und Wiesbaden den Rhein erreichten. Der Weiterflug erfolgte teils entlang der Nahe, teils über das Bergland und den Raum Kaiserslautern Richtung Saarland.
Auch die Rastvögel in den niedersächsischen Mooren drängen jetzt auf die Weiterreise. Erste Kranichtrupps wurden auf der NRW-Route am Sonntag zur Mittagszeit über dem östlichen Ruhrgebiet gemeldet, weiter ging der Flug über das Bergische Land ins Rheinland, nach der Rheinüberquerung entlang des Eifelnordrandes bis in den Raum Aachen.
10. November – Noch befinden sich mehrere Zehntausend Kraniche in Norddeutschland, zwischen dem 5. und 7. November wurden hierzulande noch etwa 100.000 Tiere gemeldet.  
Dafür flogen am vergangenen Wochenende und zum Beginn dieser Woche auffällig viele Kraniche über Bayern und Baden-Württemberg. Mehrere tausend Kraniche bogen zuvor südlich von Wien von der Ungarnroute nach Westen ab und flogen dann bei Passau nach Deutschland ein. 

Zugwege der Kraniche – Karte: NABU Kranichzentrum

Während am vergangenen Samstag noch einige Vögel eng am Alpennordrand blieben und damit am Ende am Bodensee vorbei südlich des Schwarzwaldes flogen, zog am Sonntag das Gros ab München nordwestlich weiter über den Großraum Stuttgart, traf dann also am nördlichen Oberrhein auf die Hessen-Rheinland-Pfalz-Saarland-Route. Diese Querroute hat sich erst in den vergangenen Jahren herauskristallisiert. Auf der Hessenroute war zum Anfang der Woche dagegen nur wenig Verkehr, auf der Nordrhein-Westfalen-Route praktisch gar keiner.
Doch wann fliegen die Kraniche massenweise los? Aktuell sind die Temperaturen noch recht mild. Der große Aufbruch könnte kommen, sobald es für eine längere Zeit kalt bleibt. Im vergangenen Jahr zogen besonders viele Kraniche Mitte November und dann noch mal im Dezember. 

Kraniche warten weiter auf günstigen Wind
Mehr als 100.000 Vögel rasten momentan noch in Deutschland
Kraniche am Rastplatz – Foto: Dorothea Bellmer

03. November 2023 – Von wegen „Es tut sich so gut wie gar nichts“. Das wollten einige Kraniche nicht auf sich sitzen lassen und prompt gab es am Freitag auf der Hessenroute nach längerer Unterbrechung mal wieder nennenswerten Zugverkehr. Wenigstens 1500 Kraniche waren unterwegs, möglicherweise auch ein Mehrfaches. Beobachtungen vom späten Vormittag nördlich des Harzes legen nahe, dass die Vögel von den Rastplätzen im Havelluch gestartet waren. Gegen 16 Uhr wurde dann der Taunus überflogen und bei Wiesbaden und Eltville der Rhein gequert, via Nahe und Hunsrück ging es durch Rheinland-Pfalz, um 18 Uhr kamen erste Meldungen von der Landesgrenze zum Saarland.
Das ist immer noch nicht der große Aufbruch. Aber es kann sich doch lohnen, in den kommenden Tagen gelegentlich in den Himmel zu schauen.
02. November 2023 – Auf den beiden Hauptrouten via Hessen und Nordrhein-Westfalen ist der Himmel seit Tagen praktisch leergefegt. Es tut sich so gut wie gar nichts. Laut Wettervorhersage wird sich bis mindestens Mitte kommender Woche an dem Gegenwind aus Süden und Südwesten auch nichts ändern. Der Wind soll sogar noch stärker werden. Aktuell sieht es also nicht so aus, als sei mit einem großen Aufbruch der Kraniche zu rechnen. Nennenswert sind nur gelegentliche Trupps, die über Bayern und Baden-Württemberg in Westrichtung fliegen, also vom mittleren Zugweg über Osteuropa und Ungarn quer abgebogen sind.
An der Ostseeküste rasten noch 17.000 Kraniche, das sind 21.000 weniger als in der Vorwoche. Die Diepholzer Moorniederung beherbergt aktuell 35.700, in Linum in Brandenburg sind es zurzeit 46.000, und am Lac du Der befinden sich momentan noch 32.000 Vögel. Die Abflüge am Ostseebodden machen sich andernorts nicht bemerkbar: Vermutlich waren die Tiere gerade Richtung Niedersachsen unterwegs und dort bei der Zählung noch nicht angekommen.
Weit über 100.000 Kraniche warten also im Moment in Deutschland auf bessere Zugbedingungen. In Ungarn sind im Laufe der letzten Woche zwar 30.000 Kraniche weitergezogen, es rasten in der Puszta aber immer noch 163.000.

Kranichzug nimmt nach Sturmpause wieder Fahrt auf
Tausende Kraniche fliegen Richtung Süden
24. Oktober 2023 – Ende der vergangenen Woche und am vergangenen Wochenende waren kaum Kraniche unterwegs – aufgrund der ungünstigen Wind- und Sturmbedingungen im Norden Deutschlands. Über Nordrhein-Westfalen wurde kein einziger Kranich gemeldet, über Hessen zogen nur ein paar kleinere Trupps.

Beobachtete Kraniche vom 18. (gelbe Punkte) bis zum 23. Oktober (rote Punkte), mit sturmbedingter Pause (wenig orangene Punkte) – Screenshot: Ornitho.de/DDA (24. Oktober)

Am gestrigen Montag drehte der Wind im Norden leicht auf Ost, was offenbar einige Kraniche dazu animierte, weiterzufliegen. Im Laufe des Tages nahmen die Beobachtungen insbesondere über Hessen zu, während es auf der Nordrhein-Westfalen-Route weiterhin ruhig blieb. Mindestens 5.000 Kraniche waren unterwegs, vermutlich sogar mehr. „Ich habe 17 Bilder ausgezählt mit rund 3.500 Tieren“, schreibt ein Nutzer auf der Plattform NABU-Naturgucker. „Aber es waren schon sehr viele vorübergezogen, bis ich erstmal dran gedacht habe, meine Kamera rauszuholen. War total überwältigt von dem Ansturm.“
Der Kranichzug am Montag verlief weitestgehend nach Drehbuch: Die Vögel zogen in einer geraden Südwestlinie quer über Hessen, verließen das Lahntal kurz nach Wetzlar und flogen stärker Richtung Süden. Dabei überflogen sie unter anderem Frankfurt und Wiesbaden. Wahrscheinlich dient der sich vor den Vögeln aufbauende Taunus als Orientierungsmarke. Weiter zogen sie nach der Rheinquerung auf rheinland-pfälzischer Seite entlang der Nahe, also über den Hunsrück.
Bis zum Dienstagmittag waren keine „neuen“ Kraniche unterwegs, dafür ein ganze Reihe Sichtungen über dem Hunsrück und dem Saar-Nahe-Bergland. Viele Kraniche haben es am gestrigen Montag nicht mehr bis zum Lac du Der in Nordfrankreich geschafft und dementsprechend auf der Strecke übernachtet.
Hunderte Kraniche bereits in Spanien
Am 5.000 Hektar großen See in der Champagne wurden am Samstag etwa 21.560 Kraniche gezählt. Innerhalb einer Woche hat sich deren Zahl mehr als verzwanzigfacht.
Mittlerweile erreichen mehr und mehr Kraniche ihre Winterquartiere in Südeuropa. Am Sonntag wurden etwa 720 Kraniche von der Laguna de Gallocanta im Nordosten Spaniens gemeldet. Immerhin 14 Tiere konnten am Samstag (21. Oktober) an der Laguna de La Janda, unweit der Straße von Gibraltar, gezählt werden.

Tausende Kraniche ziehen Richtung Süden
Herbstzug kommt in die Gänge
Kranichzug am Himmel – Foto: Christoph Kasulke

20. Oktober 2023 – Der Kranichzug ist mittlerweile im vollen Gange. Das Beobachtungsteam um Martin Kraft von der Uni Marburg kommt für die Lahntalroute (Beobachtungskette von Alsfeld bis Herborn) in der Summe jetzt schon auf über 20.000 durchgezogene Kraniche. Alleine am Mittwoch (18. Oktober) wurden 12.000 gezählt.  
Außerdem sind die ersten Kraniche bereits in Südeuropa angekommen: Am Dienstag wurden 260 in Südfrankreich registriert, am Mittoch etwa 210 Kraniche an der Laguna de Gallocanta in Spanien. 
Sturmflutwarnung für Ostseeküste: Wie verhalten sich die Kraniche?
Das Bundesamt für Seeschifffahrt hat eine Sturmflutwarnung für die Ostseeküste ausgegeben, die vom heutigen Freitag bis Samstag gilt. Grund sind langanhaltende, teils stürmische Winde aus östlichen Richtungen. Für die Flensburger Förde (Schleswig-Holstein) wird der „höchste Wasserstand seit über 100 Jahren“ angekündigt, auch in Mecklenburg-Vorpommern wird es wohl eine Sturmflut geben.
Nach dem ganz ordentlichen Zug von Sonntag bis Mittwoch sind die Beobachtungszahlen gestern stark zurückgegangen. Auf der Hessenroute zum Beispiel wurden am Donnerstag nur 500 Tiere gemeldet. Heute sieht es noch schlechter aus. Der Wind weht zwar ideal, aber es ist kein schönes Reisewetter. Zudem sind die Beobachtungsmöglichkeiten eingeschränkt. Ab morgen wird das Wetter milder, aber damit einher geht auf Südwest drehender Wind. Es bläst den reisewilligen Kranichen also ins Gesicht. Mal schauen, ob sie dennoch losfliegen.

Helfen Sie unseren Zugvögeln!

Unsere Zugvögel schützen
Patenschaft für Zugvögel
Zugvögel legen jedes Jahr tausende Kilometer zurück. Doch zwischen Brutplatz und Winterquartier lauern viele Gefahren. Helfen Sie unseren Zugvögeln, in ihren Brutgebieten und auf ihrer gefährlichen Reise zu überleben. Mehr →

Apropos Schutz: In unseren sozialen Netzwerken tauchte die Frage auf, welche Auswirkungen der aktuelle Nahost-Konflikt auf die östliche Zugroute der Kraniche habe. Vermutlich werde der Kranichzug nicht allzu groß betroffen sein, wenn sich die Auseinandersetzungen auf den Gazastreifen konzentrieren. Dieser liegt abseits der Hauptzugroute, denn diese führt durch das Jordantal nach Süden und dann bei Eilat über das Rote Meer nach Ägypten.  
Dennoch ist es in der Region gefährlich für Kraniche und weitere Zugvögel: Vor allem im Libanon werden viele Vögel abgeschossen. Große und auffällige Vögel sind davon besonders betroffen. Im vorletzten Herbst sind außerdem 5.000 Kraniche bei einem großen Vogelgrippeausbruch im Hulatal in Nordisrael gestorben.

Vor dem Abflug Richtung Süden
Etwa 100.000 Kraniche rasten in Deutschland

Kraniche an der Beobachtungsstation Kranorama, Mecklenburg Vorpommern – Foto: G. Nowald

16. Oktober 2023 – Sollten die Kraniche nur noch auf günstiges Wetter warten, könnte es ab Mitte dieser Woche losgehen. Dann dreht der Wind nämlich auf vorwiegend östliche Richtungen. Ansonsten bleibt die auffälligste Wanderbewegung dieses Herbstes weiterhin der Zug von der Ostseeküste in die niedersächsischen Moore vor einer Woche.

Die Hessenroute ist deutlich zu erkennen: Gemeldete Kraniche vom 10. bis 16. Oktober – Quelle/Screenshot: ornitho.de/DDA

Am zurückliegenden Wochenende gab es immerhin genügend Flugverkehr auf der Hessenroute, um auf der Karte deutliche Spuren zu hinterlassen. Die Kraniche waren aber so spät unterwegs, dass sie schon über Südhessen in die Dunkelheit hineinflogen. Außerdem war die Route vor allem am Samstag leicht nach Osten versetzt, was gegebenfalls am beständigen Westwind lag.
Bis Sonntagfrüh ist der Rastbestand am See Lac du Der in Frankreich (südliche Champagne) auf 1.200 Kraniche angestiegen. Am 11. Oktober waren es gerade einmal 340.
Bereits in der vergangenen Woche waren erstmals Kraniche auf der sogenannten Hessenroute unterwegs, vor allem kamen diese aus dem Havelland in Brandenburg oder vom Stausee Kelbra in Sachsen-Anhalt.
Vor einigen Tagen noch wurden etwa 100.000 rastende Kraniche deutschlandweit gezählt, die meisten befinden sich noch auf Rastplätzen im Norden und Nordosten Deutschlands.

Mehr als 60.000 Kraniche an der Ostsee
Jetzt die „Vögel des Glücks“ an Rastplätzen beobachten
Kranichrast in Mecklenburg-Vorpommern – Foto: stock.adobe.com/Alexander von Düren

10. Oktober – Am vergangenen Wochenende kamen große „Kranichwellen“ aus Südschweden über die Ostsee, nachdem der Wind in den letzten Tagen zwischenzeitlich auf nordwestliche Richtungen gedreht ist. So wurden an den verschiedenen Schlafplätzen am 7. und 8. Oktober  fast 61.000 Kraniche in der Darß-Zingster Boddenkette und Rügen ermittelt. Ende September waren nur gut 22.000 Kraniche in der Region gelandet – üblicherweise sind es zu diesem Zeitpunkt bereits um die 40.000 Vögel. Hintergrund sind die langanhaltende Südwestströmung und die milde Witterung, weshalb die Zugvögel noch ein Weilchen in Südschweden geblieben sind.
Mit dem aktuellen Anflug auf die Sammelplätze könnte der Rasthöhepunkt an der Ostsee bald erreicht sein. Jetzt ist also Eile angesagt, wer die Glücksvögel hier noch beobachten will: Bis Ende Oktober können sie zwischen Stralsund, Zingst und Barth in Mecklenburg-Vorpommern bestaunt werden, zum Beispiel in der barrierefreien Beobachtungsstation KRANORAMA bei Günz. 

50.000 Kraniche sammeln sich im Havelland
Viele Exkursionen laden zur Beobachtung ein
06. Oktober 2023 – Die Kraniche kommen weiterhin zu Zehntausenden an ihren Sammelplätzen im Norden und Osten Deutschlands zusammen. Am vergangenen Wochenende, 1. Oktober, wurden im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft etwa 22.180 Kraniche gezählt, also fast doppelt so viele wie noch Mitte September (13.120 Vögel am 17. September). Neue Höchstwerte gibt es in dieser Woche aus Linum (Havelland), etwa 50 Kilometer nordwestlich von Berlin. Am 3. Oktober wurden dort fast 48.000 Kraniche beobachtet, eine Woche zuvor waren es dort noch 18.170.  
Wer dort Kraniche sehen möchte, hat gute Chancen: Die Storchenschmiede Linum bietet aktuell bis Anfang November zahlreiche Exkursionen und Veranstaltungen zum morgendlichen und abendlichen Einflug der faszinierenden Vögel an. Alle Infos dazu finden Sie hier >>  

mehr Erfahren

Kranichsaison in Linum
Führungen und Veranstaltungen
Jährlich, besonders im Herbst, rasten in den Linumer Teichgebieten zehntausende Kraniche. Die Storchenschmiede Linum bietet zahlreiche Exkursionen und Veranstaltungen zum morgendlichen und abendlichen Einflug der faszinierenden Vögel an. Mehr →

Auch in Mecklenburg-Vorpommern sind Beobachtungen möglich: Während der Herbstrast ist die Ausstellung des NABU-Kranichzentrums in Groß Mohrdorf bei Stralsund täglich von 9.30 bis 17.30 Uhr und die barrierefreie Beobachtungsstation Kranorama bei Günz ist von 9 Uhr bis 18 Uhr jeden Tag geöffnet. Kranich-Ranger*innen stehen mit Fachwissen und Beobachtungstechnik zur Seite.
Herbstzug noch nicht gestartet

Gemeldete Kraniche Anfang Oktober – Quelle/Screenshot: ornitho.de/DDA (6.10.2023)

Am Hornborga-See in Südschweden scheint der Höhepunkt der Ansammlungen bereits Ende September mit ungefähr 24.100 beobachteten Kranichen erreicht, Anfang Oktober wurden dort etwa 23.700 Tiere beobachtet. Einige Hundert Kraniche dürften sich also bereits auf den Weg Richtung Süden gemacht haben und rasten vermutlich gerade auf Sammelplätzen in Nord- und Ostdeutschland. 
Der große Kranichzug hat offenbar noch nicht eingesetzt, es gibt aktuell so gut wie keine Meldungen von den Hauptzugrouten über Nordrhein-Westfalen und Hessen. Wahrscheinlich liegt das am milden Wetter Ende September, Anfang Oktober.
Deshalb ziehen die Tiere derzeit nur kurze Strecken innerhalb Deutschlands und verweilen noch in geeigneten Gebieten, vor allem im Norden und Osten.

Kraniche am Rastplatz – Foto: Dorothea Bellmer

20. September 2023 – Die Kranichzugsaison nimmt weiter Fahrt auf: Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft (Mecklenburg-Vorpommern) wurden in dieser Woche mehr als 13.000 Tiere gezählt. Bei dem Gebiet handelt es sich um einen der wichtigsten Rastplätze in Mitteleuropa. Von September bis November ziehen hier bis zu 70.000 Kraniche durch und bleiben über mehrere Wochen. Die aktuell größte Ansammlung befindet sich bei Linum/Nauen, nordwestlich von Berlin. Dort werden alljährlich die größten Rastzahlen im deutschen Binnenland erreicht. Am 19. September wurden da mehr als 24.000 Kraniche gezählt.
In Südschweden am Hornborga See sammeln sich die Vögel fleißig weiter: Binnen vier Tagen sind rund 10.000 weitere Kraniche hinzugekommen, 21.380 Vögel wurden am 18. September gezählt. Im Vorjahr waren es zu diesem Zeitpunkt übrigens noch rund 5.000 Kraniche weniger, die hier Rast gemacht haben.

Jetzt vormerken: Es gibt viele Kranichtermine
Und auch weiter Richtung Westen, entlang der Elbe und in Niedersachsen, wurden bereits einige Vögel gesichtet. Im Nachbarland Frankreich sind mittlerweile schon einige Kraniche angekommen: 82 Tiere wurden bereits am Lac du Der gezählt. Der 5.000 Hektar große See ist ein wichtiger Rast- und Überwinterungsplatz der Zugvögel.
Erfahrungsgemäß werden sich in den kommenden Wochen noch mehr Kraniche an den Rastplätzen sammeln, bis sie in ihre Winterquartiere im Süden Europas aufbrechen. Jetzt ist also die ideale Zeit, das Treiben an den Sammelplätzen hierzulande zu beobachten: Aktuell gibt es wieder zahlreiche Kranichtermine, die Sie hier finden. Am 24. September startet außerdem die erste Kranichwoche am Ostseebodden (bis zum 1. Oktober), die zweite Kranichwoche im Nationalpark Unteres Odertal startet am 29. September.

Hunderte Zugvögel sammeln sich bereits
Kranichsaison geht wieder los
Rastende Kraniche – Foto: Stephanie Tübbecke/www.naturgucker.de

08. September 2023 – Auch wenn sich der Spätsommer in diesen Tagen noch mal von seiner besonders warmen Seite gezeigt hat, der Herbst ist nicht mehr weit. Ein untrügliches Zeichen dafür sind die ersten Ansammlungen der Kraniche im Norden und Nordosten Deutschlands. Schon ab Anfang August geht es los: Zuerst finden sich die Junggesellen und Paare ohne Bruterfolg an den sogenannten Sammelplätzen ein, später die Brutpaare mit ihren Jungen.
In Mecklenburg-Vorpommern (Darß-Zingster Boddenkette und Rügen) wurden am 2. September schon fast 2.200 Kraniche gezählt, Mitte August waren es noch 1.130.
Ab September kommen auch Kraniche aus skandinavischen oder osteuropäischen Brutgebieten hinzu, die in Deutschland zwischenrasten. Am Hornorga-See in Südschweden beispielsweise wurden Anfang dieser Woche etwa 8.200 Kraniche beobachtet, in der vergangenen Woche (am 28. August) waren es noch 3.000. Innerhalb weniger Tage hat sich ihre Zahl also bereits mehr als verdoppelt.
Das war auch in den vergangenen Jahren ähnlich: Im September können die ersten großen Ansammlungen an der Ostseeküste beobachtet werden. Ab Oktober nimmt das Zuggeschehen hierzulande ordentlich Fahrt auf, je nach Wetterlage – und geht bis November beziehungsweise Dezember. Die Kraniche ziehen dann in ihre Winterquartiere in Südeuropa.

Der Frühjahrszug 2023 zum Nachlesen

Kranichpaar – Foto: Rüdiger Arp/www.naturgucker.de

29. März – Der große Frühjahrszug der Kraniche scheint weitestgehend abgeschlossen. Vereinzelt ziehen Kraniche noch, in der vergangenen Woche wurden wenige Sichtungen über Nordrhein-Westfalen und Hessen gemeldet. Allerdings sind das eher Nachzügler. Die meisten Meldungen, immer unter 500 pro Tag, stammen aus Nord- und Ostdeutschland. Dabei handelt es sich sehr wahrscheinlich um die Kraniche, die noch nach Skandinavien ziehen wollen, und solche, die bei uns bereits in ihren Brutgebieten im Nordosten Deutschlands angekommen sind.
Mehr als 3.000 Kraniche sammelten sich in der vergangenen Woche am NABU-Kranichzentrum in Groß Mohrdorf, Mecklenburg-Vorpommern. „Mit 3.040 gezählten Kranichen am Nachmittag des 23. März wurde ein neuer Rastrekord im Frühjahr am Kranorama aufgestellt“, heißt es vom Kranichzentrum. Das waren über 2.000 Tiere mehr als im März 2022. Doch nicht nur die Anzahl der Kraniche sei überwältigend, sondern auch die Geräuschkulisse. „Neben dem Duettruf sind diverse Kontaktlaute zu hören und wenn man sich konzentriert, kann man auch die – zahlreichen – Jungvögel erkennen, die noch immer durchdringend fiepen.“ Viele Kraniche werden noch weiter nach Schweden ziehen, dort nehmen die Zahlen an den Rastplätzen weiterhin zu.
Bei vielen Kranichen hat die Balz bereits begonnen. Dabei führen sie besondere Tänze vor, bei denen die Köpfe und Schnäbel hoch in die Luft recken und ihre trompetenden Rufe von sich geben. Kraniche brüten versteckt in waldigen Feuchtgebieten und Mooren am Boden, sie bauen ihre Nester bevorzugt umgeben von Wasser und polstern sie mit viel Pflanzenmaterial aus. Beide Elternteile kümmern sich dann um die Jungen. Kraniche leben meist monogam.

Märzwinter macht Kranichen zu schaffen
Tausende noch in Südeuropa
10. März – Der Frühlingszug der Kraniche ist noch nicht vorbei, viele Kraniche befinden sich momentan auf dem Rückflug zu ihren Brutrevieren in Nord- und Osteuropa. Anfang März, um den 3. und 4. März herum, zogen verstärkt Kraniche aus südlicher Richtung in unsere Region. Sonniges und windstilles Hochdruckwetter in weiten Teilen Frankreichs und Deutschlands begünstigte die Zugbewegungen.Verstärktes Zuggeschehen machte sich außerdem um den 7. und 8. März bemerkbar. Vor allem wurden Tiere auf der Hessenroute gemeldet. Vereinzelt wurden auch Kraniche über Baden-Württemberg und Bayern registriert, abseits der üblichen Zugrouten. Hier scheint sich mittelfristig eine neue Route zu bilden.
Wie turbulent so eine Rückreise aktuell aussehen kann, zeigt der getrackte Kranich Paco vom Kranichschutz Deutschland: Nachdem er die Wintermonate das zweite Jahr in Folge in der Talsenke um Ejea de los Caballeros in Spanien verbracht hatte, zog er am 5. März los in Richtung Frankreich. Zwei Nächte verbrachte er dort. Über das Saarland und Rheinland-Pfalz bis nach Hessen flog er auf einer recht geradlinigen Flugroute. „Denn solange dürfte er von den günstigen Windbedingungen profitiert haben“, heißt es im Bericht. Paco sei dann überraschend nach Südosten abgebogen. Der Grund: Der Wind drehte am Mittwoch im Raum Kassel von Süd auf West, außerdem müssen ihn Schnee oder Regen zum Abweichen seiner Zugroute gedrängt haben.
Der Märzwinter mache vielen Kranichen offensichtlich zu schaffen, so der Kranichschutz. „Aus vielen Regionen erhielten wir Meldungen von rastenden Kranichtrupps auf zum Teil verschneiten Feldern.“
Einige Tausend Kraniche dürften sich aufgrund der noch kühleren Temperaturen auch noch in Spanien aufhalten. Von der Laguna de Gallocanta im Norden des Landes wurden Anfang März fast 33.000 Kraniche gemeldet.

Zehntausende Kraniche vor dem Abflug
Wind und Kälte beeinflussen Kranichzug
23. Februar – Die Winterquartiere in Spanien und Frankreich leeren sich in diesen Tagen immer weiter: Von knapp 35.000 Anfang des Jahres sind nur noch knapp 7.000 Tiere in der Arjuzanx, Südfrankreich. Zehntausende sammeln sich aktuell in der Champagne: Zuletzt wurden etwa 22.500 Kraniche am Lac Du Der im Nordosten Frankreichs registriert. Sie scheinen nun auf die optimalen Bedingungen – Hochdruckwetterlagen und Rückenwind begünstigen den Massenzug – zu warten, um weiter Richtung Deutschland, Skandinavien und Osteuropa zu ziehen.
Allerdings müssen sie sich dafür erst einmal ein wenig gedulden. Denn eine Kaltfront bringt einen neuen Wintereinbruch mit Polarluft mit sich, die sich laut Wetterportal wetter.de von Nord nach Süd zieht – also genau in die entgegengesetzte Zugrichtung der Kraniche. Regenschauer, Graupel und sogar Schnee sind in den kommenden Tagen außerdem möglich, es wird wieder kälter.  
Bereits in der vergangenen Woche hatte sich das Sturmtief Ulf auf das Zuggeschehen ausgewirkt. Die Zugroute verschob sich deutlich nach Süden, hat sich nun aber wieder „normalisiert“.

Wettflug um die besten Brutplätze
Immer mehr Kranichbeobachtungen mit Zugrichtung Nordost
10. Februar – Der Kranichrückzug nimmt weiter an Fahrt auf. Zum Anfang der Woche zogen viele Kraniche vor allem über Nordrhein-Westfalen. Sie kamen über die Ardennen und Eifel, zogen über das Ruhrgebiet nach Ostwestfalen.
Im Laufe der Woche waren auf allen Hauptrouten deutschlandweit Kraniche zu sehen, aktuell besonders stark über Hessen. „In den letzten Tagen sind schon einige Tausend Kraniche durch Hessen gezogen“, erklärt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen. Das Bundesland liegt in einer Hauptzugroute der Kraniche auf ihrem Weg von den Winterquartieren in Nordfrankreich und Spanien zu ihren Brutgebieten nach Ostdeutschland und Nordeuropa.
Bis zu 250.000 Kraniche werden es in den kommenden Wochen sein, die über Hessen hinweg ziehen. Sie sind besonders gut bei südwestlichen Winden und sonnigem Wetter zu beobachten. Da lassen sie sich vom Wind tragen und können so Energie sparen.
Ziehende Kraniche kann man an ihrer keilförmigen Formation und den trompetenartigen Rufen erkennen. Bei günstigen Flugbedingungen ziehen die bis 1,30 Meter großen Tiere, die ihre Flügel bis 2,40 Meter weit aufspannen können, ohne Zwischenhalt von Nordfrankreich bis nach Ostdeutschland.

Kraniche – Foto: Jürgen Podgorski/www.naturgucker.de

29. Januar 2023 – Wenn jetzt Kraniche beobachtet werden, ist nicht immer klar, ob es sich um Überwinterer oder vielleicht schon Rückkehrer handelt. Soweit möglich, helfen daher bei Meldungen Angaben zur Flugrichtung, das Geschehen einzuordnen. Je mehr Beobachtungen gemeldet werden, desto klarer wird das Bild.
Einen starken Anstieg der Kranichbeobachtungen gab es am Sonntag (29. Januar). Die ersten Meldungen gingen im NABU-Naturgucker aus dem Rhein-Main-Gebiet ein. Im Laufe des Tages zeichneten sich Zugbewegungen sowohl vom Saarland über den Pfälzerwald Richtung Frankfurt ab, als auch entlang von Mosel und Lahn – dort weiter Richtung Kassel –, außerdem sowohl rheinabwärts als auch von Aachen über die Eifel kommend jeweils Richtung Köln, Bergisches Land und Sauerland.
Wie viele Kraniche genau unterwegs sind, lässt sich schwer sagen, denn der Frühjahrszug – auch wenn er mitten im Winter startet – ist diffuser als der Herbstzug. Die Kraniche haben es beim Weg in die Brutreviere grundsätzlich recht eilig. Während sie im Herbst oft mehrere Wochen an den großen Rastplätzen pausieren, wird jetzt durchgezogen. Im Havelluch oder an der Boddenküste finden daher nun auch keine der sehr aufwändigen Synchronzählungen statt.
Schließlich wartet am Ziel der Rückreise kein großes friedliches Happening, bei dem sich sowieso wieder alle treffen. Es geht um geeignete Brutreviere für jeweils ein Kranichpaar, wo es im Frühling und Sommer Nachwuchs aufziehen kann. Andere Kraniche in zu großer Nähe stören dabei. Im Unterschied zu Störchen oder Reihern sind Kraniche keine Koloniebrüter. Ihre Nester befinden sich auch nicht einigermaßen vor Fressfeinden sicher in Baumkronen oder auf Hausdächern, sondern direkt am Boden, geschützt nur durch eine möglichst versteckte Lage und umgeben von möglichst knietiefem Wasser.

Kraniche fliehen vor der Kälte
Ausweichflüge Richtung Atlantikküste
13. Dezember 2022 – Mitte November haben sich die letzten Kraniche in die Winterquartiere begeben. Wer jetzt noch da ist, hat auch vor zu bleiben. Vorausgesetzt, die Witterung lässt es zu. Wird es zu frostig und die Schneedecke zu mächtig, kommen auch die wenig kälteempfindlichen Kraniche ins Grübeln. Schließlich sind die milden meeresnahen Regionen im Westen und Südwesten in nur einem bis zwei Flugtagen zu erreichen.
Wie schon beim Kälteeinbruch Mitte November kommt es daher auch aktuell wieder zu Ausweichflügen. Bereits am Sonntag (11.) wurden über Hessen einige hunderte Kraniche gesichtet, seit Montag sind auch auf der NRW-Route Kraniche unterwegs.
20. November 2022 – Am Sonntag wurden Kraniche vor allem im Südwestabschnitt der Zugrouten beobachtet, unter anderem aus dem Köln-Bonner Raum und dem Rhein-Main-Gebiet, entlang der Nahe und über dem Pfälzer Bergland. Dabei handelt es sich um Vögel, die es am Samstag nicht mehr bis nach Frankreich geschafft hatten und nach einer Übernachtung weiterzogen. Aus Radaraufnahmen wissen wir inzwischen, dass der Frost nicht nur Startsignal für die Kraniche war. Aus dem Wattenmeer sind unzählige rastende Seevögel abgeflogen, um vor der Kälte auszuweichen, zum Beispiel an die französische Atlantikküste.
19. November 2022 – Es ist sicher nur Zufall, aber man könnte den Eindruck haben, Kraniche würden bevorzugt am Wochenende reisen. Wie schon vor einer und vor drei Wochen war werktags von ziehenden Kranichen so gut wie nichts zu sehen. Aber kaum ist Wochenende, ist der Himmel plötzlich voll.
Am Samstag wurden auf beiden Hauptzugrouten zehntausende Kraniche beobachtet. Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil im Nordosten als Quelle für die Hessenroute nur wenige Kraniche zu rasten schienen. So wurden am Dienstag im Rhin- und Havelluch bei Berlin gerade mal noch 3700 Kraniche gezählt und auch an der Talsperre Kelbra am Südrand des Harzes war nur wenig los. Es scheint, als seien am Samstag sämtliche Kraniche aufgebrochen, die noch irgendwo zerstreut in Ostdeutschland, eventuell auch in Polen ausgeharrt hatten. In der Diepholzer Moorniederniederung, von dem Kraniche zum Zug über die NRW-Route aufbrechen, rasteten zu Wochenbeginn immerhin 24.700 Kraniche. Auch von dort dürfte ein Großteil losgeflogen zu sein.

Vandalismus am NABU-Kranorama bei Groß Mohrdorf. Dort wurden beide Fotohütten demoliert. So fanden die Mitarbeiter des Kranichzentrums Hütte 2 am Montag vor. – Foto: NABU-Kranichzentrum

An mehreren Stellen wurden zudem ein Infoflyerkasten und zwei Hinweistafeln abgesägt. Nur zerkleinerte Kantholzreste blieben übrig. Wer tut so etwas? – Foto: NABU-Kranichzentrum

Dabei ist das Flugwetter nicht ideal. Quer durch Deutschland läuft eine Luftmassengrenze, sodass die Kraniche im Nordosten eher Rückenwind haben, nach Überschreiten der Luftmassengrenze aber Gegenwind bekommen. Allerdings dürfte genau dieses Wetter der Auslöser für den Aufbruch der Kraniche sein. Im Nordosten und der Mitte ist es von heute auf morgen winterlich geworden, mit teils deutlichem Frost und leichten Schneefällen. Solange keine dicke Schneedecke liegt, kommen Kraniche mit diesen Bedingungen zwar vergleichsweise gut zurecht. Besonders angenehm ist es aber nicht, vielleicht sind die Kraniche auch überrascht, dass der Frost so früh kommt. Da es ab Wochenbeginn wieder milder werden soll, kann es sein, dass einige Kraniche von ihrer „Frostflucht“ sogar wieder zurückkehren.
13. November 2022 – Während sich die großen Rastplätze im Nordosten Deutschlands weitgehend geleert haben, ergab in Niedersachsen die letzte Zählung in der Diepholzer Moorniederung Anfang des Monats noch über 50.000 rastende Kraniche. Bis zum 7. November war der Bestand sogar auf 59.275 Kraniche angewachsen. Seitdem waren kaum nennenswerte Zugbewegungen zu verzeichnen. Wollen die Kraniche etwa alle bei uns überwintern?
Seit gestern wissen wir: Nein, das wollen sie nicht! Im Laufe des Vormittags machten sich immer mehr Kraniche auf, um quer über Nordrhein-Westfalen Richtung Winterquartiere zu fliegen. Viele tausend Kraniche zogen vom südlichen Niedersachsen auf einer breiten Bahn über Osnabrück, Münster, Ruhrgebiet und Bergisches Land bis ins Rheinland und die Eifel. Nächstes Etappenziel sind verschiedene Seen und Feuchtgebiete im Osten Frankreichs, vor allem der große flache Stausee Lac du Der in der Champagne. Bereits Ende Oktober wurden dort mehr als 85.000 rastende Kraniche gezählt.
Das gleiche Bild zeigte sich heute, sodass nun wohl ein Großteil der niedersächsischen Rastkraniche abgezogen ist. Auch auf der Route über Hessen wurden Kraniche gesichtet, wenn auch in viel geringerem Umfang.
03. November 2022 – Bei den Kranichen gibt es seit Dienstag nur noch sporadische Zugbeobachtungen. Dafür aber heute vergleichsweise viel Verkehr auf der „Nebenstrecke“ entlang des Alpennordrandes.
Der Einflug erfolgte am frühen Nachmittag via Österreich von Salzburg bis Braunau und weiter nach Westen in einem recht breiten Band unter anderem über Bad Reichenhall, Burghausen, Bad Tölz, Starnberger See, zahlreich auch über München. Weiter geht es dann über das Allgäu und Oberschwaben Richtung Frankreich, das wird in der Dunkelheit aber weniger auffallen.
30. Oktober 2022 – Gut eine Woche lang waren kaum Kraniche unterwegs. Nur gelegentlich erinnerte die Sichtung einzelner Trupps, dass der Zug längst noch nicht beendet ist. Erst am Donnerstag und Freitag (27. und 28. Oktober) nahm das Zuggeschehen wieder etwas zu, zunächst vor allem auf der Hessenroute. Dass hier trotz der weit über 100.000 bereits um den 20. Oktober durchgezogenen Kraniche noch einiges zu erwarten ist, zeigen unter anderem die Rastzahlen am Stausee Kelbra, wo sich 20.000 bis 30.000 Kraniche aufhalten.
Tatsächlich flogen am Wochenende von Kelbra mehrere Tausend Kraniche ab. Noch gewaltiger war aber am Sonntag der plötzliche Aufbruch in den Mooren des südwestlichen Niedersachsens. In den Tagen davor waren dort fast 60.000 Kraniche vom Ostseebodden kommend eingetroffen. Innerhalb einer Woche stiegen die Rastzahlen in der Diepholzer Moorniederung von 22.600 auf 81.400 Kraniche, während an der Ostseeküste von Rügen bis zum Darß nur noch 10.000 Kraniche verblieben.
Am Sonntag entschieden dann Zehntausende Kraniche, dass es Zeit zum Weiterflug Richtung Champagne in Frankreich ist. Dabei überflogen die Vögel Teil des Münsterlandes, das mittlere und westliche Ruhrgebiet, Teile des Niederrheins, aber auch Sauerland und Bergisches Land. Via Rheinland und Eifel ging es dann weiter nach Frankreich.
22. Oktober 2022 – Auch am Wochenende nutzen die Kraniche das gute Flugwetter. Während auf der NRW-Route nur wenige Trupps unterwegs sind, herrscht auf der Hessenroute reger Verkehr. Dabei verlagert sich das Rastgeschehen weiter nach Westen und Süden. Wie das NABU-Kranichzentrum Groß Mohrdorf meldet, ist die nördlichste deutsche Rastregion an der Ostseeboddenküste von Rügen bis zum Darß inzwischen nahezu verwaist.
Die Beobachtungsstation „Kranorama“ an den Günzer Seewiesen hat noch bis kommenden Donnerstag (27.) geöffnet. „Wer uns dort besuchen möchte, kann das zwischen 9 und 18 Uhr tun. Allerdings möchten wir darauf hinweisen, dass die Zahlen der dort rastenden Kraniche rapide abgenommen haben und wir keine Garantie für die Beobachtung geben können“, so das Kranichzentrum.
Von der Verlagerung profitiert neben dem Rhin- und Havelluch sowie der Diepholzer Moorniederung auch der südlich des Harzes gelegene Helmestausee bei Kelbra. Donnerstag früh hielten sich dort immerhin 40.000 Kraniche auf, von denen im Lauf des Vormittags rund 10.000 abflogen. Unter günstigen Bedingungen schaffen die Kraniche viele hundert Kilometer nonstop. Das klappt aber nicht immer und deshalb sind die Vögel auf möglichst viele geeignete Rastplätze angewiesen. Zu diesen gehört der Auenverbund Wetterau in Mittelhessen. Am Freitag nutzten rund 5000 Kraniche die dortige Horloffaue zur Übernachtung.
21. Oktober 2022 – Am Donnerstag kam das Zuggeschehen auf der NRW-Route fast zum Erliegen. Ganz anders auf der Hessenroute. Hier zogen Kraniche in enormer Zahl und auf breiter Front. Dadurch waren auch in Regionen, die sonst eher am Rand des Geschehens liegen, eindrucksvolle Kranichformationen zu beobachten. Das Orni-Team rund um Martin Kraft von der Uni Marburg zählte insgesamt 75.000 Kraniche, die die Beobachtungslinie Herborn–Marburg–Alsfeld überflogen. Großrastplätze wie das Rhin- und Havelluch bei Berlin dürften sich inzwischen merklich geleert haben. Am Dienstag waren dort noch 52.790 Kraniche gezählt worden.

Zehntausende Kraniche überqueren Deutschland
Vorläufiger Höhepunkt des Zuges Richtung Frankreich und Spanien
19. Oktober 2022 – Zur Wochenmitte machten sich von den nördlichen Rastplätzen unzählige Kraniche auf in Richtung der Winterquartiere in Frankreich und Spanien. Dabei wurden beide Hauptrouten über NRW und Hessen beflogen.
Nach einigen ruhigen Tagen brachen am Mittwoch plötzlich unzählige Kraniche von den norddeutschen Rastplätzen auf. Grund ist die Änderung der vorherrschenden Windrichtung auf Nordost. Für die Kraniche bedeutet das Rückenwind und damit ideale Flugbedingungen. Das sonnige Wetter motiviert die Vögel zusätzlich.
Sowohl an der Ostseeküste bei Stralsund als auch vom Havelland westlich von Berlin aus flogen Kraniche. Viele skandinavische Kraniche ziehen vom Ostseebodden zunächst relativ weit nördlich bis in die Moore West-Niedersachsens. Wie es scheint, sind heute viele dieser Kraniche ohne Zwischenstopp weiter über das Ruhrgebiet und den Niederrhein Richtung Frankreich gezogen. Die osteuropäischen Kraniche wählen eine küstenfernere Route. Vom großen Rastplatz Linum im Havelland wird auf dem Weg nach Süden zunächst der Harz umflogen und dann geht es quer über Hessen und Rheinland-Pfalz. Auch auf dieser Route sahen die meisten Kraniche dank des Rückenwindes keinen Grund für eine Zwischenrast, etwa am Helmestausee bei Kelbra.
Vor dem großen Aufbruch rasteten in Deutschland wohl mehr als 150.000 Kraniche (unter anderem 51.000 am Ostseebodden, 53.000 im Rhin- und Havelluch und 22.600 in der Diepholzer Moorniederung). Alleine auf der Hessenroute wurden am Mittwoch 49.300 ziehende Kraniche gezählt.
17. Oktober 2022 – Seit Freitag ziehen nur noch sehr wenige Kraniche. Am Lac du Der in Frankreich wurden gestern knapp 22.000 Kraniche gezählt, gleichzeitig ergeben die Zahlen aus Hessen von inzwischen mehr als 50.000 durchgezogenen Kranichen.
In den Winterquartieren in Spanien sind erst wenige Hundert von ihnen angekommen. Im wichtigsten Überwinterungsgebiet des Landes, der Region Extremadura im Westen, wurden gestern erst gut 600 Kraniche gezählt. Das wird sich sicher in den kommenden Wochen deutlich ändern: Im vergangenen Jahr verbrachten dort mehr als 135.000 Kraniche die kalte Jahreszeit. An der Laguna de Gallocanta, nordöstliches Spanien, waren es noch mal weniger. Gerade einmal 270 „Vögel des Glücks“ wurden dort gestern registriert.
Noch sind die Rastplätze im Norden Deutschlands gut besucht: Fast 60.000 Kraniche wurden vor einer Woche im Rhin- und Havelluch gezählt. In der Region des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft hielten sich zuletzt gut 51.000 Kraniche auf (Stand 9. Oktober).
12. Oktober 2022 – Auch über Nordrhein-Westfalen setzt der Kranichzug langsam ein. Am Mittwoch wurden einige Trupps mit wenigen hundert Vögeln unter anderem in Bielefeld, Gelsenkirchen und Dortmund sowie bei Leverkusen und Bonn beobachtet. Der Schwerpunkt des Zuggeschehens lag unverändert auf der Parallelroute durch Hessen. Dazu kamen wie schon am Sonntag erneut einige „Querflieger“ ganz weit im Süden, unter anderem über dem Ammersee bei München, über der Schwäbischen Alb und dem Südschwarzwald.
11. Oktober 2022 – In den niedersächsischen Mooren steht das Rastgeschehen mit nur rund 10.000 Vögeln noch am Anfang, von dort brechen bisher kaum Kraniche zum Weiterflug via Nordrhein-Westfalen auf. Im Nordosten dagegen rasten aktuell mehr als 100.000 Kraniche. Den im NABU-Naturgucker gemeldeten Beobachtungen nach scheinen vor allem die Vögel an der Talsperre Kelbra im Grenzgebiet von Thüringen und Sachsen-Anhalt zum Aufbruch bereit. Von Kelbra flogen am Sonntag und Montag mehrere Tausend auf einer nahezu geraden Südwest-Linie einmal der Länge nach durch Hessen und weiter nach Rheinland-Pfalz.

Der Weg durch Hessen

Von Kelbra führte der Weg der Kraniche am Montag auf der Höhe von Eschwege ein Stück entlang des Werratals, weiter über Knüll und Schwalm Richtung Lahn, vorbei an Gießen und Wetzlar, um vor Limburg das Lahntal zu verlassen und den Taunus zu überqueren. Frühmorgendliche Beobachtungen am Dienstag im Rhein-Main-Gebiet legen nahe, dass einige Trupps dort übernachtet hatten und nun weiterzogen.
Nicht immer ist der beflogene Korridor so schmal. Am Sonntag etwa wurden Kraniche auch in Kassel und entlang der Weser gesichtet, gleichzeitig südlich nahe dem Flughafen Frankfurt und über Darmstadt.

Die Richtung stimmt: Kranichzugbeobachtungen vom 10./11. Oktober zwischen Kelbra oben rechts und dem Lac du Der unten links. – Quelle www. naturgucker.de, Kartengrundlage Google Maps

Am Sonntag kamen dazu als Besonderheit noch einige Trupps, die auf völlig anderen Wegen unterwegs waren und unter anderem über Regensburg und im Großraum Stuttgart beobachtet wurden. Hier handelt es sich wohl um Kraniche der östlichen Zugroute, die eigentlich über den Balkan und Italien nach Afrika führt. Seit einigen Jahren biegen von dieser Route immer wieder Kraniche ab und fliegen über Süddeutschland – teils direkt am Alpenrand – ebenfalls nach Frankreich.Wie viele Kraniche Deutschland bereits verlassen haben, werden die nächsten Zählungen am Lac du Der in Frankreich zeigen. Der riesige, flache Stausee in der Champagne ist ein beliebter Zwischenhalt. Bis Montag waren die Kranichzahlen dort gegenüber der Vorwoche nur von 250 auf 600 gestiegen, Dienstagfrüh waren es dann schon mehr als 5000 Rastvögel.
05. Oktober 2022 – An ihren angestammten Plätzen im Norden und Nordosten Deutschlands sammeln sich bereits Zehntausende Kraniche. Wer sie dort beobachten möchte, hat jetzt gute Chancen.

Kranichpaar – Foto: Rüdiger Arp/www.naturgucker.de

Die Zahl der Kraniche an den Rastplätzen im Nordosten Deutschlands steigt in diesen Tagen deutlich an. Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, einem der wichtigsten Rastplätze Mitteleuropas, wurden beispielsweise am 2. Oktober fast 48.000 Kraniche gezählt, meldet das NABU-Kranich-Informationszentrum. Vor knapp drei Wochen waren es dort noch 20.000 rastende Kraniche.
Auch in Brandenburg nimmt die Kranichsaison weiter Fahrt auf: Die Storchenschmiede Linum berichtete am 4. Oktober von mehr als 54.000 rastenden Kranichen vor Ort. Vor einer Woche wurden dort noch 41.600 Vögel des Glücks gezählt.
Doch woher kommen die vielen Kraniche gerade? Ein Blick auf die Zahlen gibt Aufschluss: In Südschweden werden zum Beispiel nun weniger Kraniche gezählt. Vor gut zwei Wochen wurden am Hornborga-See mehr als 16.000 Kraniche gemeldet, am 3. Oktober waren es dann nur noch 6.000. Der See gilt als der wichtigste Rastplatz Skandinaviens. Er wurde Mitte der 1990er Jahre erfolgreich renaturiert, nachdem er die letzten 150 Jahre trockengelegt war.

Kraniche – Foto: Stella Mielke/www.naturgucker.de

28. September 2022 – Man spürt es in diesen Tagen deutlich: Der Herbst ist da, auch die Kraniche sammeln sich weiter zu Tausenden. Am Bodden in Mecklenburg-Vorpommern stiegen die Rastzahlen nun sprunghaft auf knapp 30.000. Vor einer Woche waren es noch gut 20.000 rastende Kraniche, die dort gezählt wurden. Diese Entwicklung war im Vorjahr in etwa genauso.
Auch aus Linum (Brandenburg) gibt es inzwischen erste Zahlen: Wie die Storchenschmiede mitteilt, wurden in der Umgebung mehr als 40.000 rastende Kraniche gezählt. Einen Überblick über die Veranstaltungen und Führungen in Linum zur Kranichsaison finden Sie hier >>
Übrigens: Am nun kommenden ersten Oktoberwochenende findet der 29. Birdwatch statt, an dem sich auch der NABU beteiligt. Gehen Sie mit Vogelexperten hinaus und beobachten Sie Kraniche, Stare, Kiebitze und Co. Die NABU-Gruppen kennen die besten Beobachtungspunkte und geben Auskunft über die Zugvögel. Die Termine im Überblick >>

Kraniche – Foto: Klaus-Dieter Grahl

23. September 2022 – Die Kranichzugsaison nimmt Fahrt auf: In dieser Woche wurden 20.000 rastende Kraniche am Bodden in Mecklenburg-Vorpommern gezählt. Mehr als 16.000 Kraniche haben sich in Südschweden versammelt, weitere 10.000 rasten an der Warthemündung an der deutsch-polnischen Grenze. In den kommenden Wochen sammeln sie sich weiter an den Rastplätzen hierzulande, bevor sie später laut trompetend in Richtung Süden in ihre Überwinterungsgebiete ziehen. Auf dem Weg dorthin überqueren sie Deutschland – und es bieten sich viele Beobachtungsmöglichkeiten.
Offiziell beginnt die Kranichsaison in der Storchenschmiede Linum in Brandenburg am 24. September. Die Storchenschmiede bietet ab dann zahlreiche Exkursionen und Veranstaltungen zum morgendlichen und abendlichen Einflug der faszinierenden Vögel an. Ein paar tausend Kraniche rasten bereits jetzt schon rund um Linum. Zum Höhepunkt der Rast Mitte Oktober werden bis zu 80.000 Kraniche im Gebiet erwartet.
Erstmalig sind die Storchenschmiede und die Treffpunkte zu den Kranich-Führungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Weitere Infos zu den Veranstaltungen und zur Anreise finden Sie hier >>
Zahlreiche geführte Kranich-Touren zu Fuß, per Fahrrad, Kremser, Bus, oder auch Kanu und Schiff listet der NABU-Terminkalender jeden Herbst auf. Einen besonderen Schwerpunkt gibt es 2022 mit gleich zwei „Kranichwochen“: vom 25. September bis 2. Oktober am Ostseebodden rund um das Kranich-Informationszentrum des NABU in Groß Mohrdorf sowie vom 30. September bis 9. Oktober im Nationalpark Unteres Odertal in Gartz nahe Schwedt.

Die Kranichzugsaison fängt bald an
Kranich-Beobachtungsstation öffnet wieder
Kraniche am Kranorama – Foto: Peter Trentz/www.naturgucker.de

01. September 2022 – Seit einigen Wochen sammeln sich in Norddeutschland bereits die ersten Kraniche, wie das NABU-Kranichzentrum berichtet. Mitte August wurden mehr als 1.700 Kraniche bei der ersten Synchronzählung in der Region Darß-Zingster Boddenkette und Rügen erfasst. Und in den kommenden Wochen gesellen sich noch Rastkraniche aus Skandinavien, dem Baltikum und Polen dazu, um sich später im Herbst auf den Weg in ihre Überwinterungsgebiete aufzumachen. Vor allem im Oktober und November ziehen zehntausende Kraniche Richtung Süden.

Das Kranorama am Günzer See bietet einen barrierefreien Blick auf rastende Kraniche und Gänse. – Foto: Günter Nowald

Seit dem heutigen Donnerstag ist das NABU-Kranichzentrum in Groß Mohrdorf nahe Stralsund (Mecklenburg-Vorpommern) täglich wieder länger geöffnet, von 9.30 bis 17.30 Uhr. Interessierte erfahren dort mehr über die besten Beobachtungsplätze und erhalten aktuelle Informationen zum Zuggeschehen der Kraniche. Außerdem finden dort Veranstaltungen und Exkursionen statt. Damit diese weiterhin durchgeführt werden können, sucht das Zentrum noch Unterstützer*innen für die Tätigkeiten im Kranichschutz und in der Forschung. Mehr dazu lesen Sie hier.
Ab der kommenden Woche öffnet auch die Beobachtungsstation Kranorama am Günzer See, ebenfalls Mecklenburg-Vorpommern. Von dort aus haben Besucher*innen gute Chancen, Kraniche zu beobachten.
15. März 2022 – Der Zug übers Binnenland ist inzwischen so gut wie durch, sodass nur noch Nachzügler erwartet werden. Die besten Beobachtungsmöglichkeiten sind jetzt in den norddeutschen Brutrevieren und an den küstennahen Rastplätzen vor dem Weiterflug Richtung Skandinavien. Um die Chance auf beeindruckende Kranichsichtungen zu erhöhen, gibt Dr. Günter Nowald, Leiter des NABU-Kranichzentrums, folgende Tipps:
Achten Sie auf das Wetter: Bei stabilen Hochdruckgebieten, blauem Himmel und wenig bzw. günstigem Wind fliegen mehr Kraniche. Bei (starkem) Wind aus Nordosten hingegen, bleiben die Kraniche lieber am Boden.
Um die Kraniche nicht zu irritieren, sollte die Kleidung gedeckt sein und das Verhalten möglichst unauffällig.
Haben Sie Kraniche am Rastplatz gesichtet, gilt es eine Fluchtdistanz von circa 300 Meter einzuhalten oder besser vom Auto aus zu beobachten. Wenn alle Kraniche die Köpfe heben, zeigen sie, dass sie sich gestört fühlen. Bei weiterer Annäherung fliegen sie höchstwahrscheinlich auf.
Die richtige Ausrüstung kann entscheidend sein: Wir empfehlen, als Mindestausstattung ein Fernglas zu nutzen – noch besser wäre ein Spektiv.
Besuchen Sie ein Beobachtungszentrum: Mitarbeiter*innen betreuen Sie dort bei Ihren Beobachtungen und geben hilfreiche Tipps. Die Erfolgsquote ist außerdem deutlich erhöht, weil Kraniche zum Teil seit vielen Jahren angefüttert werden (im Kranorama seit 1990).

Kraniche – Foto: Horst Engler/www.naturgucker.de

11. März 2022 – Trotz des sonnigen Wetters können Interessierte derzeit eher weniger Kraniche am Himmel vorbeiziehen, sehen oder hören. Denn wenn die Kraniche aus ihren Überwinterungsgebieten wiederkommen, verteilen sich ihre Flugrouten räumlich deutlich weiter als beim Herbstzug. Das liegt mitunter auch daran, dass im Frühling das Rastplatzangebot für die Kraniche wesentlich größer ist und sie nicht nur an ihre traditionellen Rastplätze gebunden sind.
Bei guten Wetterverhältnissen fliegen Kraniche gern länger und damit auch bei Nacht. Derzeit nutzen sie die klare Sicht, das stabile Hochdruckgebiet und die guten Windverhältnisse, um möglichst zügig in ihre Brutgebiete zu kommen – denn auch bei den Kranichen machen sich die „Frühlingsgefühle“ bemerkbar. So auch bei dem besenderten Kranich Kenneth: Er ist vor ein paar Tagen direkt aus Spanien bis nach Deutschland durchgezogen – das sind 1.050 Kilometer in einem Flug. Normalerweise legen Kraniche 300 bis 500 Kilometer an einem Stück zurück.
Im Westen, vorrangig in Nordrhein-Westfalen, können derzeit täglich noch einige hundert Kraniche beobachtet werden. In der Eiffel scheint der Höhepunkt des Kranichzugs bereits überschritten. Der große Durchzug Richtung Skandinavien wird im Nordosten für die zweite Märzhälfte erwartet – dann können bis zu 15.000 Kraniche in der Region Darß-Zingster Bodden-Rügen beobachtet werden.
25. Februar 2022 – Nachdem der Kranichzug seit dem vergangenen Wochenende abgeschwächt ist, wird er zum Wochenausklang wieder stärker. Gestern und heute zogen wieder etliche Kraniche auf der klassischen Route aus Frankreich über das Saarland, das Rhein-Mai-Gebiet und Hessen.
Vor allem scheint über Frankreich gerade ein massiver Zug zu herrschen, teilt das Kranichschutzzentrum auf Facebook mit. Die Zahl der rastenden Kraniche in Südfrankreich sei enorm zurückgegangen, viele sind offenbar Richtung Deutschland gezogen. Am gestrigen Donnerstag wurden nur noch etwa 2.560 Kraniche am Rastplatz in Arjuzanx gemeldet, vor zwei Wochen waren es dort rund 11.480.
Aufbruchstimmung herrscht auch in Spanien. In dem Naturreservat Laguna de Gallocanta nordöstlich von Madrid versammelten sich in der vergangenen Woche wie bereits erwähnt 111.000 Kraniche, 90.000 Vögel mehr als noch in der Vorwoche. Die Naturschützer*innen vor Ort berichteten zuletzt von starkem Zuzug aus dem Süden.
23. Februar 2022 – Der Kranichzug pausiert momentan weitgehend. Seit Samstag sind die Beobachtungen Tag für Tag zurückgegangen. Entweder müssen die Kraniche vor dem Einflug nach Deutschland doch noch Kraft sammeln oder die Winde sind bisher nicht so gut wie erwartet.
Dabei haben sich viele Überwinterer, wohl mehr als 111.000 Kraniche, bereits in der vergangenen Woche an der Laguna de Gallocanta in Spanien versammelt. Ein großer Teil der überwinternden Vögel steht also kurz vor der Pyrenäen-Überquerung.
19. Februar 2022 – Einige Kraniche schienen das stürmische Wetter nicht als Stopsignal, sondern als Herausforderung zu sehen. Über dem Rhein bei Bonn und Köln, über Bergischem Land, Westerwald, Lahntal, Sauerland und Rothaargebirge zeigten sich schon früh am Samstag die ersten Kranichtrupps. Die Vögel waren entweder bereits tief in der Nacht in der Champagne gestartet oder hatten, was wahrscheinlicher ist, in Rheinnähe eine sturmbedingte Zwischenrast eingelegt.
Ab dem frühen Mittag flogen dann zahlreiche Kraniche neu aus Frankreich ein und zogen vor allem auf der Hessenroute weiter. Nach dem Durchzug des Sturmtiefs können die Vögel in dessen Rücken nun südwestliche Winde nutzen, die sie rasch voranbringen.
18. Februar 2022 – In Spanien kündigt sich Großes an: Innerhalb einer Woche sind die Rastbestände an der Laguna de Gallocanta nördlich von Madrid sprunghaft an. Ein erheblicher Teil der überwinternden Vögel steht kurz vor der Pyrenäen-Überquerung und fliegt potenziell im Laufe der kommenden Woche im Himmel über uns, wenn die Stürme nachlassen. Viele Spanien-Überwinterer haben die letzten Monate in den Korkeichenwäldern der Extremadura verbracht. Die Laguna de Gallocanta ist dann der erste Zwischenstopp nach Norden.
Die meisten derjenigen Kraniche, die den über Winter in Südwestfrankreich waren, haben ihre Brutgebiete hierzulande wohl schon erreicht: In Arjuzanx wurden nun 5.000 Kraniche gezählt, das sind noch mal 6.500 weniger als in der vergangenen Woche. In maximal zwei Tagesflügen erreichen die Zugvögel aus der Region bereits Deutschland. Angesichts der heftigen Stürme, die die Orkantiefs „Ylenia“ und „Zeynep“ über Deutschland bringen, pausieren die meisten Kraniche erst einmal.

Viele Kraniche bleiben wegen der Stürme erstmal am Boden – Foto: Frank Derer

17. Februar 2022 – Die Sturmtiefs „Ylenia“ und „Zeynep“ bringen seit dem gestrigen Donnerstagabend und bis zum Wochenende Orkan- und Sturmböen über Teile Deutschlands. Das hat auch Auswirkungen auf die Rückkehr vieler Kraniche.
Noch am vergangenen milden Sonntag wurden besonders viele Kraniche in einem breiten Band vom Saarland, über Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen bis nach Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg beobachtet. Während am Sonntag also auf allen Routen Vollbetrieb herrschte, wählten die Kraniche zum Wochenbeginn eher die Hessenroute.
Am Mittwoch bereits nahmen die Einträge zum Kranichzug auf den Meldeportalen deutlich ab, vermutlich waren generell weniger Kraniche unterwegs. Allerdings gab es noch einige Sichtungen über Luxemburg und der Eifel. Die dort beobachteten Kraniche werden gegen den immer stärker werdenden Sturm wohl nicht mehr allzu weit gekommen und dann notgelandet sein. Wenn der Wind abnimmt, werden sie sich wahrscheinlich wieder auf den Weg in ihre Brutgebiete begeben.

Mehr zum Thema

11. Februar 2022 – Der Nachschub geht so schnell nicht aus. Inzwischen brechen auch in Südfrankreich zahlreiche Kraniche zum Rückflug in die Brutgebiete auf. So wurden an den Seen des ehemaligen Braunkohletagebaus von Arjuzanx in der Gastogne am Donnerstag nur noch 11.500 Kraniche gezählt, das sind 10.000 weniger als am Montag.
In einem bis zwei Tagesflügen erreichen die in Arjuzanx gestarteten Vögel bereits Deutschland.

Kraniche im Abendrot – Foto: Thomas Munk

09. Februar 2022 – Die Rückkehr aus den Winterquartieren hält weiter an. Inzwischen kann man fast die Uhr nach den Kranichen stellen. Zwar schwankt die Zahl der Meldungen stark, je nach Flugwetter und Beobachtungswetter. Aber Tag für Tag machen sich frühmorgens weitere Kraniche vom Lac du Der-Chantecoq in der französischen Champagne auf und erreichen dann kurz vor Mittag die deutsch-französische Grenze. Nach dem Überflug von Saarland und Pfalz werden meist gegen 14 Uhr die ersten Kraniche über dem Rhein-Main-Gebiet gesichtet. Am späten Nachmittag und frühen Abend fliegen sie über Nordhessen und das südliche Niedersachen. Ab dem frühen Nachmittag mehren sich auch im südlichen NRW die Beobachtungen, oft etwas unvermittelt – wahrscheinlich, weil in der dünn besiedelten Eifel weniger Vogelfreund*innen in den Himmel schauen, von dort also weniger Meldungen kommen.
Bei einer Zählung am Sonntag, 6. Februar, am Lac du Der wurde ein Gesamtbestand von 16.921 Kranichen erfasst. Das sind rund 8.000 weniger als eine Woche zuvor. An den anderen französischen Großrastplätzen und in Spanien sind die Zahlen recht stabil, sodass wohl die meisten bisherigen Rückkehrer aus der Champagne stammen. Das zeigt auch, dass bisher nur ein sehr kleiner Teil der mehr als 300.000 Westzieher auf dem Rückweg ist.
05. Februar 2022 – Seit den Weihnachtstagen meldeten die französischen Vogelkundler*innen vom Lac du Der in der Champagne beständig zwischen 20.000 und 25.000 überwinternde Kraniche. Bei der nächsten Zählung wird diese Zahl wohl deutlich niedriger ausfallen, denn mehr und mehr der Vögel machen sich auf den Weg zurück in die Brutregionen.

Kranichbeobachtungen am 5. Februar, links unten der Stausee Lac du Der. – Quelle: www.naturgucker.de, Kartengrundlage: Google Maps

Bereits Ende Januar nahmen die Meldungen von Kranichen mit Flugrichtung Nordost deutlich zu. Nachdem es einige Tage recht ruhig gewesen ist, sind am Freitag erneut größere Trupps aufgebrochen. Vor allem auf der Route vom Saarland über Rheinland-Pfalz, Hessen und Südost-Niedersachsen wurden Hunderte Kraniche gesehen, vereinzelt auch in Nordrhein-Westfalen über dem Rheinland und dem Ruhrgebiet. Am Samstag zeigten sich ab dem späten Vormittag erneut Kraniche über dem Saarland, die weiter über den Pfälzerwald und das Nordpfälzer Bergland nach Rheinhessen und den Ballungsraum Rhein-Main flogen. Zur Fußballbundesligazeit wurde dann von der Eifel ausgehend auch die NRW-Route beflogen.
21. Januar 2022 – Zwar hat der kräftige Frost über Weihnachten in Norddeutschland viele zunächst noch unentschlossene Kraniche Richtung Frankreich und Spanien getrieben. Doch längst nicht alle. Vor allem von Niedersachsen bis Thüringen und Brandenburg haben tausende Kraniche weiter ausgehalten. So ergab eine Zählung in der Diepholzer Moorniederung am 16. Januar noch fast 4.400 Kraniche. Gleichzeitig hielten sich am Lac du Der in der Champagne 24.000 Kraniche auf, von dort ist es nur ein Tagesflug bis nach Deutschland.

Verwandte Themen

MIL OSI