Post

Natürliche Futterbar eröffnen

Natürliche Futterbar eröffnen

Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandNahrungsquellen für Vögel

Weißdorn, Vogelbeere oder Wilder Wein: Wer Vögeln in seinem Garten einen reich gedeckten Tisch bieten möchte, pflanzt am besten heimische Gehölze oder Stauden. Welche eignen sich besonders und worauf muss man beim Pflanzen achten?

Haussperling in Weißdornhecke – Foto: NABU/Hartmut Mletzko

Unsere heimischen Gartenvögel benötigen je nach Jahreszeit und Lebensphase unterschiedliche Nahrung. Das Rotkehlchen beispielsweise frisst eigentlich Insekten, im Winter jedoch Sämereien und Früchte. Genau wie das Rotkehlchen handhaben es auch andere sogenannte Standvögel, also Vögel, die auch im Winter bei uns bleiben.Wichtige Futterquellen für Standvögel sind Gehölze und Stauden, für die wir hier einige Beispiele zusammengestellt haben.

Gehölze
Fruchttragende Gehölze

Birnen – Foto: Helge May

Kornelkirsche – Foto: Helge May

Schwarzer Holunder – Foto: Helge May

Eberesche (Vogelbeere) – Foto: Helge May

Eingriffliger Weißdorn – Foto: Helge May

Diese Gehölze bieten Vögeln Nahrung.

Fruchttragende Gehölze sind eine der Hauptnahrungsquellen für Vögel. Die Vogelbeere zum Beispiel ernährt bis zu 63 Vogelarten, der eingriffelige Weißdorn bis zu 32. Zum Vergleich: Der Wilde Apfel ernährt 19 Vogelarten, der vielblütige Apfel sogar nur eine.Gerade im Winter sind viele Gehölze wie Holunder ideale Futterquellen für Vögel. Sie bilden im Sommerhalbjahr ihre reichhaltigen Fruchtstände aus, die auch für den Menschen ernährungsphysiologisch wertvoll sind: Mit viel Vitamin C und anderen Pflanzenstoffen helfen sie uns, gesund zu bleiben und mit leckeren Rezepten kann man sogar seine Gäste beeindrucken. Bei einem großen Garten kann man auch Hecken aus Brombeere pflanzen – ideal für viele Vögel und ebenfalls lecker auf dem eigenen Teller.Diese Gehölze eignen sich, um Vögeln Futter zu bieten:
Birnbaum (Pyrus communis)
Kornelkirsche (Cornus mas)
Schlehe/Schwarzdorn (Prunus spinosa)
Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)
Speierling (Sorbus domestica)
Vogelbeere (Sorbus aucuparia)
Vogelkirsche (Prunus avium)
Weißdorn (Crategus monogyna/laevigata)

Noch ein Tipp: Lassen Sie die Blätter ruhig liegen. Denn im Laubstreu befinden sich viele Insekten, die gern von Amseln oder Rotkehlchen aufgelesen werden. Bei fruchttragenden Bäumen können Sie das Obst auch liegen und nicht gefallene Früchte am Baum hängen lassen. Sie sind wichtige Nahrung für Vögel im Winter und die ersten fliegenden Insekten im Frühjahr.

Rosenhecken
Rosenhecken sind – wenn heimisch – wichtige Vogelrefugien. Ihre Stacheln wehren den lästigsten Feind ab und die Hagebutten sind ein willkommener Snack. Natürlich sind sie optisch und durch ihren schönen Duft besonders ansprechend. Heimische Arten sind unter anderem die Kriechrose (Rosa arvensis), die Hundsrose (Rosa canina), Essigrose (Rosa gallica), Zimtrose (Rosa majalis) und die Bibernellenrose (Rosa pimpinellifilia). Einige Arten, zum Beispiel die Kriechrose, klettern auch, womit man gut seine Fassade begrünen kann.

Heimische Wildrosen
Höhe in Zentimetern
Blütezeit (Monat)
Farbe
Besonderheit
Kriechrose (Rosa arvensis)
50 – 100
VI – VIII
weiß
auch kletternd
Hundsrose (Rosa canina )
100 – 300
V – VII
blassrosa
reiche Blütenpracht
Essigrose (Rosa gallica)
50 – 100
VI – VII
rot
angenehmer Duft
Hechtrose (Rosa glauca)
100 – 200
VI – VII
rot-weiß
rötliche Triebe
Zimtrose (Rosa majalis)
100 – 150
V – VII
karminrot
schattenverträglich
Alpenrose (Rosa pendulina)
100 – 150
V – VI
kräftig rosa
leicht hängende Zweige
Bibernellrose (Rosa pimpinellifolia)
100 – 150
V – VII
cremeweiß
Frühblüher
Apfelrose (Rosa villosa)
50 – 150
V – VII
rosa-weiß
große Früchte

Fassadenbegrünung
Fassadenbegrünungen wirken sich sehr gut auf das Kleinklima und die Tierwelt im Garten aus. Neben der Kriechrose kann man auch noch viele andere Pflanzen als Begrünung einsetzen: Efeu (Hedera helix), Jelängerjelieber/Gartengeißblatt (Lonicera caprifolium), Waldrebe (Clematis vitalba) oder Wilder Wein (Vitis vinifera subsp. sylvestris). Diese Pflanzen sind ideale Brutplätze für Vögel.

Pflanzanleitung für Gehölze
Heimische Gehölze kauft man am besten in der regionalen Baumschule, da die verkauften wurzelnackten Pflanzen häufig nicht mit torfhaltiger Erde angeliefert werden.
Die ideale Pflanzzeit ist im Herbst, denn so kann die Pflanze Feinwurzeln über den Winter ausbilden. Gehölze mit Ballen können auch in anderen Jahreszeiten gepflanzt werden.
Der Boden sollte 50 Zentimeter breit und zwei Spatenlängen tief umgegraben werden. Den Boden außerdem von Kräutern befreien und mit Humus anreichern.
Danach wird eine 20 Zentimeter breite und tiefe Pflanzfurche gegraben, in die die Gehölze eingesetzt werden. Vor dem Einsetzen noch etwas stutzen, damit sich die jungen Pflanzen auf das Wurzelwachstum konzentrieren können.
Setzen Sie vier bis fünf Pflanzen (je nach Größe) pro Meter ein (Hecke).
Dann gut mit Wasser einschwemmen.

Noch ein Tipp: Die Beeren beerentragender Gehölze können auch vom Menschen verzehrt werden. Vorausgesetzt natürlich, sie sind nicht giftig. Viele heimische Beeren verfügen über sehr viele Vitamine und Mineralien.

Stauden

Rispen-Flockenblume – Foto: Helge May

Echtes Mädesüß – Foto: Helge May

Wilde Karde – Foto: Helge May

Gewöhnliche Kratzdistel – Foto: Helge May

Wegwarte – Foto: Helge May

Diese Stauden bieten Vögeln Nahrung.

Im Sommer funktionieren Stauden als Magnete für Insekten, die hier als Raupen und Imago (erwachsenes Insekt) Nahrung finden und Nektar saugen. Diese Insekten wiederum sind für Vögel eine wichtige Nahrungsgrundlage.Indem man samentragende Stauden erst nach dem Winter zurückschneidet, hilft man den Piepmätzen zusätzlich: In den Stängeln überwintern viele Insekten, die den Vögeln als Nahrung dienen. Außerdem sind die spät geschnittenen Stauden auch im Winter hervorragende Futterquellen. Denn viele Samen verbleiben an den Samenständen und sind bei der Verwendung heimischer Stauden optimales Winterfutter.Diese Stauden eignen sich für Vögel:
Wald-Engelwurz (Angelica sylvestris)
Flockenblume (Centaurea jacea)
Wegwarte (Cichorium intybus)
Disteln (Cirsium spec.)
Natternkopf (Echium vulgare)
Mädesüß (Filipendula ulmaria)
Steinklee (Melilotus officinalis)
Wilde Karde (Dipsacus fullonum)
Großblütige und Schwarze Königskerze (Verbascum densiflorum, V. nigrum)

Pflanzanleitung für Stauden
Um zu wissen, wie viele Stauden man benötigt, sollte man das zu bepflanzende Beet bereits einmal abgemessen und maßstabsgerecht skizziert haben. Wer kein Beet anlegen, sondern wild pflanzen möchte, sollte sich trotzdem über die Standortansprüche der Stauden informieren.
Wenn man Stauden mit ganz verschiedenen Eigenschaften kombiniert, erhält man ein optisch abwechslungsreiches Ergebnis.
Leitstauden oder Einzelstauden sollten sparsam eingesetzt werden, während kleinere Stauden in Gruppen von zwei bis vier oder vier bis acht Stück gepflanzt werden.
Flächendeckende Stauden und Stauden zur Bodendeckung können in kleineren Abständen gepflanzt werden.
Die Blühzeit der Stauden kann so kombiniert werden, dass fast über die ganze Saison Stauden blühen.

Mehr Tipps für den Vogelgarten

Passende Rezepte

MIL OSI