Post

Gemeinsam gegen das Schwinden der Natur

Gemeinsam gegen das Schwinden der Natur

Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandBundesvertreterversammlung 2023 in Lübeck gestartet

Rund 180 Delegierte aus ganz Deutschland treffen sich dieses Wochenende in Lübeck, um unter anderem über Natur- und Klimaschutz in Krisenzeiten zu sprechen und die Arbeit des nächsten Jahres zu planen. Zudem wird ein neues Präsidium gewählt.

Blick in den Saal der Delegierten – Foto: Christopher Schmid

11. November 2023 – Heute startet die Versammlung der NABU-Bundesvertretenden in diesem Jahr in Lübeck. Auf Einladung des NABU Schleswig-Holstein treffen sich an diesem Wochenende rund 180 Delegierte aus dem gesamten Bundesgebiet, um unter anderem über Natur- und Klimaschutz in Krisenzeiten zu sprechen und die Arbeit des nächsten Jahres zu planen.
Begrüßt werden die Delegierten von dem amtierenden NABU-Präsidenten Jörg-Andreas Krüger und dem stellvertretenden Landesvorsitzenden des NABU Schleswig-Holstein, Fritz Heydemann. Mit einem Grußwort wird ebenfalls der schleswig-holsteinische Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur, Tobias Goldschmidt, zu Gast sein.
Auf dem Programm der Bundesvertreterversammlung stehen in diesem Jahr die Wahl des Präsidiums, die Verabschiedung des Grundsatzprogrammes Offenland sowie Resolutionen zu effektiverem Meeresschutz und demokratischem Engagement zu den anstehenden Europawahlen 2024.
Diese Seite wird im Laufe des Wochenendes stetig aktualisiert.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger bei seiner Eröffnungsrede in Lübeck. – Foto: NABU/Guido Rottmann

Die Folgen der Natur- und Klimakrise sind inzwischen überall spürbar: Immer mehr Wälder auf der Nordhalbkugel brennen, die Temperaturen in den Weltmeeren steigen auf Rekordwerte und der Rückgang der biologischen Vielfalt wird immer deutlicher.
NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger mahnt in seiner Eröffnungsrede dringendes Handeln an und sieht den NABU in einer Schlüsselposition – als Stimme der Zuversicht in einer krisengeschüttelten Zeit. Mit klarem Blick nach vorne, um als Vorreiter zu zeigen, wie die Trendwende funktionieren kann.
Natur und Klima warten nicht auf uns
Jahrzehntelang wurde versäumt, wirksame Rahmenbedingungen für ökologisch, sozial und ökonomisch faire und nachhaltige Produktions-, Lebens- und Wirtschaftsweisen zu schaffen. Natur und Klima warten nicht auf uns. Der NABU-Präsident warnte: „Wer jetzt nicht handelt, handelt unverantwortlich“.
Der Auftritt der derzeitigen Regierungskoalition enttäusche dagegen viele Hoffnungen, die in die selbst ernannte „Koalition der Modernisierung“ gesetzt worden seien. Insbesondere die massiven Einschnitte im Umwelt- und Naturschutzrecht zeigen, wie schwer es der Naturschutz derzeit habe – er würde zunehmend als Belastung empfunden. Die guten und richtigen Argumente für mehr und schnelleren Klimaschutz rechtfertigten nicht die vollständige Aussetzung von Umweltverträglichkeits- und Artenschutzprüfungen.
Der schleswig-holsteinische Umweltminister Tobias Goldschmidt richtet sein Grußwort an die NABU-Delegierten – Foto: NABU/Guido Rottmann

Umso wichtiger seien Achtungserfolge wie zuletzt bei der EU-Renaturierungsgesetz: Die Einigung im so genannten Trilogverfahren zwischen EU-Parlament, Rat und Kommission sei auch dem intensiven Engagement des NABU zu verdanken. Nach intensiven Verhandlungen und Desinformationskampagnen konservativer Kräfte ist das Meilenstein-Gesetz in der Nacht von Donnerstag auf Freitag seinem Ziel einen Schritt näher gekommen: der gemeinsamen und verbindlichen Renaturierung von Ökosystemen in Europa.
In seinem Grußwort fand Tobias Goldschmidt, der schleswig-holsteinische Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur lobende Worte für die NABU-Delegierten: „Danke an den NABU als starke Stimme des Naturschutzes in der politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung – in ganz Deutschland und darüber hinaus.“ Der NABU sei eine tragende Säule des Naturschutzes – vor allem die Mitglieder würden immer wieder den „nötigen Wumms und die Kraft“ für die Naturschutzprojekte entwickeln.
Die Wahl des neuen Präsidiums
2023 ist ein Wahljahr für den NABU: Das Präsidium inklusive des amtierenden NABU-Präsidenten stellen sich zur Wiederwahl.
In seiner Bewerbungsrede betonte Jörg-Andreas Krüger, dass rückblickend „alles anders kam, als es ursprünglich geplant war“ bei seiner Erstwahl vor vier Jahren – die Corona-Pandemie, der Ukraine-Krieg und die Inflation sind nur einige der Faktoren, die die letzten Jahre auch für den Naturschutz nachhaltig geprägt haben.
Jörg-Andreas Krüger wurde mit großer Mehrheit zum NABU-Präsidenten wiedergewählt – Foto: NABU/Guido Rottmann

Die vorausliegenden Jahre würden nicht ruhiger werden: Es bestehe großer Handlungsdruck im Natur- und Klimaschutz bei gleichzeitig sinkenden Geldern. Die große Frage für die nächsten Jahre sei daher: Wie kann sich der NABU erfolgreich aufstellen? Die Antwort müsse laut Krüger sein, weiterhin als Verband eng beieinander zu stehen, mehr Wirksamkeit in der Politik zu entwickeln und gleichzeitig das Ehrenamt sowie die Naturschutzjugend (NAJU) als Jugendverband zu stärken.
Die Delegiertenversammlung hat mit einer großen Mehrheit Jörg-Andreas Krüger zum Präsidenten wieder gewählt.
Als Vizepräsident*innen wurden Nicole Spundflasch, Christian Unselt und Petra Wassmann bestätigt. Auch Ingo Ammermann tritt in den nächsten vier Jahren wieder als Schatzmeister an und wurde von den Delegierten bestätigt. Ebenso wurden Carsten Böhm, Alexander Porschke, Christine Sauer, René Sievert und Astrid Proksch als Präsidiumsbeisitzer*innen bestätigt.
Verabschiedet wurde Helmut Opitz als Ehrenpräsident.

Die Bundesvertreterversammlung ist das wichtigste beschlussfassende Gremium des NABU. Ehrenamtlich Aktive in den Landesverbänden wählen dazu Delegierte, die hier einmal im Jahr zusammenkommen. Sie wählen das Präsidium, beschließen den Haushalt und entscheiden darüber, welchen Themen und Projekten sich der Verband schwerpunktmäßig widmen wird.

mehr zum thema

MIL OSI