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Mehr als ein bisschen Haushalt…

Mehr als ein bisschen Haushalt…

Source: Verdi – Vereinten DienstleistungsgewerkschaftKochen, putzen, aufräumen, Kinder versorgen – oft haben Frauen neben ihrer bezahlten Erwerbsarbeit noch eine Menge zu tun. Das ist nicht neu. Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hat jetzt eine Untersuchung vorgelegt, aus der hervorgeht, dass Frauen sich auch häufig darum kümmern und dafür verantwortlich fühlen, dass wichtige private Aufgaben erledigt und Termine gehalten werden. Der Fachbegriff dafür ist Mental Load.
Große Belastung
Bei 62 Prozent der weiblichen Befragten ist das der Fall, von den Männern halten sich nur 20 Prozent dafür zuständig. Leben Kinder im Haushalt, ist der Unterschied noch größer, ebenso wenn die Frauen in Teilzeit arbeiten. Insbesondere Frauen empfinden Mental Load als eine große Belastung.
„Die Studie belegt das, was wir schon immer gesagt haben“, sagt Alexa Wolfstädter, Referentin im Bereich Frauen- und Gleichstellungspolitik bei ver.di. „Die jetzt vorgelegten Zahlen bestätigen, in welch erschreckendem Maß das der Fall ist.“ Sie fordert mehr Angebote der Arbeitgeber, eine Betriebskultur, die auch Männer darin bestärkt, diese Aufgaben wahrzunehmen.
Reform des Elternzeitgesetzes
Häufig sei es immer noch so, dass Männer etwa bei der Elternzeit nur die beiden Partnermonate in Anspruch nehmen. Hier macht sich Wolfstädter für Änderungen im Gesetz stark, etwa eine höhere Zahl an Partnermonaten. Auch müsse im Betrieb begrüßt werden, dass Männer verstärkt Zeit in diese familiären Aufgaben investieren und die Arbeitszeit reduzieren. „Da wären Führungskräfte, die das vorleben, wichtig“, sagt die Gewerkschafterin. Denn es sei ja kein Verlust, im Gegenteil müssten diese partnerschaftlichen oder familiären Management- und Organisationsaufgaben, die zur Zeit noch überwiegend Frauen übernehmen, honoriert werden. Von diesen Fähigkeiten könnten ja auch die Arbeitgeber profitieren.

MIL OSI