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Weit weg von einer Revolution

Weit weg von einer Revolution

Source: Verdi – Vereinten DienstleistungsgewerkschaftDie Eckpunkte zur Krankenhausreform stehen. Bund und Länder haben sie heute beschlossen. Ob einige Kliniken die Reform überhaupt noch erleben, ist allerdings fraglich. Jeder fünften deutschen Klinik droht die Schließung. Deshalb mahnt ver.di dringend, die Kliniken jetzt finanziell zu unterstützen. „Keine Klinik darf aus akuter wirtschaftlicher Not geschlossen werden, bevor die Reform überhaupt greifen kann“, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. „Das Vertrauen darf nicht verspielt werden, dass Kliniken, die für die wohnortnahe Versorgung gebraucht werden, bestehen bleiben.“
Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach zeigte sich zufrieden mit dem beschlossenenen Eckpunktepapier: „Wir lösen das System der Fallpauschalen ab, durch ein System der Vorhaltepauschalen. Die Kliniken erhalten so Geld dafür, dass sie bestimmte Leistungen anbieten – selbst dann, wenn sie sie nicht immer erbringen.“ Das nehme den ökonomischen Druck von den Klinken, erlaube eine Entbürokratisierung und sorge für mehr Sicherheit und Qualität bei der medizinischen Versorgung von Patienten. „Das ist eine Revolution.“ Lauterbach zeigte sich zuversichtlich, dass das Gesetz am 1. Januar in Kraft treten kann.
„Der gefundene Kompromiss ist weit weg von einer Revolution“, bewertete Sylvia Bühler das Papier. Sie bedauerte, dass Bund und Länder das System der Fallpauschalen nicht vollständig abschaffen wollen. „Wirtschaftlichen Druck von den Kliniken zu nehmen, ist überfällig – ob das durch die 60 Prozent Vorhaltepauschalen erreicht wird, kann erst bewertet werden, wenn die konkrete Ausgestaltung bekannt ist.“ ver.di kritisiert zudem, dass der Druck zur Senkung der Personalkosten außerhalb der Pflege am Bett bestehen bleibt.
„Bei der Ausgestaltung des Gesetzes appellieren wir an alle Beteiligten, das Versprechen wahr zu machen, die Beschäftigten mitzunehmen. Ein erfolgreicher Umbau wird nur mit ihnen gelingen“, sagte Bühler abschließend.
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MIL OSI