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Vogelgrippe erreicht Helgoland

Vogelgrippe erreicht Helgoland

Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandEinzige Basstölpelkolonie Deutschlands leidet stark

Die Vogelgrippe ist ausgebrochen. Inzwischen wütet das ansteckende H5N1-Virus auch auf Helgoland und bedroht Deutschlands einzige Basstöpel-Kolonie. Mindestens 170 tote Jungvögel wurden bereits geborgen.

Basstölpel – Foto: Peter-Hendrik Bade

29. Juli 2022 – Ende Juni 2022 schien Helgoland noch virusfrei zu sein, als H5N1 bereits in der weltweit größten Basstölpelkolonie auf der schottischen Insel Bass Rock wütete. Seit Mitte Juni hatte es vermehrt Meldungen toter und kranker Basstölpel gegeben, etwa entlang der norddänischen Nordseeküste. Jetzt ist es traurige Gewissheit: Auch Deutschlands einzige Kolonie des Basstölpels auf Helgoland ist inzwischen betroffen.
Zählte die Population hier zu Beginn der Brutsaison 2022 noch knapp 1.500 Brutpaare, so gehen Schätzungen davon aus, dass derzeit ein Drittel der Nester verlassen ist. Mindestens 170 tote Jungvögel wurden bisher geborgen – verhungert oder dem Virus zum Opfer gefallen. Wie viele der Tiere sich insgesamt angesteckt haben, lässt sich nur schwer sagen. Viele der infizierten Altvögel sterben auf dem Meer. Die Brutfelsen sind zudem schwer zugänglich und nicht gut einsehbar. Und die verbleibenden gesunden Brutvögel sollen nicht unnötig gestört werden.
Der Basstölpel ist in Deutschland extrem selten. Er brütet – zusammen mit anderen bei uns sehr lokal vorkommenden Hochseevogelarten wie Trottellumme, Tordalk und Eissturmvogel – einzig auf den Vogelfelsen der Hochseeinsel. Bis jetzt scheinen hier nur die Basstölpel an der Vogelgrippe erkrankt zu sein. Wie sich die Virusinfektionen innerhalb der Basstölpelkolonie und bei weiteren Arten auf der Insel entwickelt beobachten die ansässigen Ornitholog*innen intensiv.
Das Infektionsgeschehen in einer von der Vogelgrippe stark betroffenen Kolonie von Flussseeschwalben des Banter Sees in Wilhelmshaven scheint sich in der Zwischenzeit verlangsamt zu haben. Nachdem dort Ende Mai erste tote Tiere entdeckt wurden, hat die Kolonie mindestens 25 Prozent seiner Brutvögel einbüßen müssen.

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