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Russland – im Prinzip?

Russland – im Prinzip?

Source: Koerber Stiftung„Im Prinzip Russland“ – so heißt ein Buch, das der ehemalige langjährige Büroleiter der Heinrich-Böll-Stiftung in Moskau und angesehene Russlandkenner Jens Siegert im Jahr 2021 veröffentlicht hat. Der ironische Titel, der auf die Auseinandersetzung mit Gesellschaft und politischer Mentalität Russlands anhand von 22 Begriffen verweist – wirkt nach dem Schock über den brutalen Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine provokativ. Ist etwa gemeint, Deutschland habe „im Prinzip“ – immer an der Seite Russlands zu stehen?
Natürlich nicht. In der differenzierten Erklärung von 22 Grundbegriffen entsteht ein Bild von Gesellschaft und Staat Russlands, das mit den Irrtümern, Fehlannahmen und Nostalgien wenig zu tun hat, die in Deutschland zu Verständnis und Nachgiebigkeit mit dem nach innen immer repressiveren und nach außen aggressiv revanchistischen Regime unter Präsident Putin geführt haben. Im Gespräch mit Irina Scherbakowa und Svetlana Müller diskutiert Jens Siegert über die Grundaussagen seines Buches und darüber, welche Bilder von Russland, welche Traditionen des Sprechens über Russland spätestens jetzt einer kritischen Revision bedürfen.
Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin
Jens Siegert ist Journalist und Politikwissenschaftler. Er lebt seit 1993 in Moskau und ist mit einer Russin verheiratet. Siegert arbeitete zunächst als Hörfunk-Korrespondent, von 1999 bis 2015 leitete er das Russland-Büro der Heinrich-Böll-Stiftung. 2016 übernahm er die Leitung des EU-Projekts »Public Diplomacy. EU and Russia«. Siegert berät außerdem den Vorstand der Menschenrechtsorganisation MEMORIAL. Er veröffentlichte zahlreiche Artikel und Beiträge sowie 2018 das Sachbuch »111 Gründe, Russland zu lieben«. Im Mai 2021 erschien »Im Prinzip Russland« in der Edition Körber.

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