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Telekom: Warnstreiks zur nächsten Verhandlungsrunde

Telekom: Warnstreiks zur nächsten Verhandlungsrunde

Source: Verdi – Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft
Berlin, 09.05.2022 – Um den Druck auf die Telekom zu erhöhen, wird die dritte Verhandlungsrunde am 10. und 11. Mai 2022 mit bundesweiten Warnstreiks eingeläutet. Das von den Arbeitgebern zuletzt vorgelegte Angebot sei völlig unzureichend; es bedeute weder einen hinreichenden Ausgleich der steigenden Lebenshaltungskosten noch eine angemessene Beteiligung der Beschäftigten am Erfolg des Unternehmens, zu dem sie maßgeblich beitrügen, so ver.di-Arbeitskampfleiter Tim Feise.
In der laufenden Tarifrunde fordert ver.di deshalb eine tabellenwirksame Entgelterhöhung und die Erhöhung der individuellen Entgelte um 6 Prozent für die rund 55.000 Tarifbeschäftigten. Zudem fordert ver.di eine Komponente zur Steigerung der Einkommensgerechtigkeit bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von zwölf Monaten. Auch sollen die Vergütungen für Auszubildende und für Studierende in dualen Studiengängen überproportional um 80 Euro pro Monat erhöht werden.

Warnstreik soll spürbares Signal direkt an den Verhandlungstisch senden
In Baden-Württemberg arbeiten bei der Telekom etwa 6.000 Beschäftigte. Hier rechnet man mit etwa 1.000 Streikenden. Der zuständige ver.di-Landesarbeitskampfleiter Christian Filusch zeigt sich kämpferisch: „Mit dem Warnstreik wollen wir morgen ein direktes und spürbares Signal direkt an den Verhandlungstisch senden: Wir erwarten ein Angebot, das die Gewinne des Konzerns und die steigenden Lebenshaltungskosten für die Beschäftigten widerspiegelt.“ Gestreikt wird jeweils ganztägig an den Telekom-Standorten Buchen, Freiburg, Göppingen, Heidelberg, Heilbronn, Schwäbisch Hall, Karlsruhe, Leinfelden-Echterdingen, Mannheim, Offenburg, Reutlingen, Rottweil, Donaueschingen, Singen, Konstanz, Stuttgart, Ulm und Weingarten.
In den Ländern Niedersachsen und Bremen sind große Streikversammlungen in Oldenburg und Hannover geplant. Außerdem sind auch die Telekombeschäftigten in Braunschweig, Bremen, Celle, Göttingen, Hannover, Leer, Lingen, Lüneburg, Oldenburg, Osnabrück, Stade, Stadthagen, Uelzen und Westerstede aufgerufen. Hugo Waschkeit, der bei ver.di Niedersachsen-Bremen zuständig für die Telekom ist, droht bei einem erneuten unzureichenden Angebot mit einer Ausweitung der Arbeitskampfmaßnahmen: „Sollte es in der dritten Verhandlungsrunde kein Angebot geben, das unsere Forderungen aufgreift, werden weitere und intensivere Aktionen folgen.“ Auch in weiteren Bundesländern laufen bereits Vorbereitungen zu Warnstreiks.

Bundesweit positive Bilanz der ersten Woche
Bisher zieht ver.di bundesweit eine positive Bilanz der ersten Woche mit vollschichtigen Warnstreiks. Mehr als 10.000 Kolleginnen und Kollegen hatten ein starkes Zeichen gesetzt und unterstrichen, dass sie hinter ihrer ver.di-Verhandlungskommission stehen. Allein in NRW hatten sich mehr als 2.000 Beschäftigte beteiligt, in Baden-Württemberg rund 1.000 Streikende. In Hessen waren es 700 – dort hatten sich viele Nachwuchskräfte vor den Toren der betroffenen Telekomgesellschaften versammelt. Sie seien sehr motiviert und entschlossen gewesen, und zwar von Kassel, über Gießen, Fulda, Hanau, Frankfurt am Main bis hin nach Wiesbaden und Darmstadt, erklärte die zuständige Gewerkschaftssekretärin, Anastasia Polidoros, und zeigte sich zufrieden. 

MIL OSI