Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandHersteller müssen in die Pflicht genommen werden
Zigaretten und Plastikteile sind erneut die häufigsten Funde beim International Coastal Cleanup Day. Erstmals tauchen auch Atemschutzmasken in der Statistik auf. Die neue Bundesregierung muss Hersteller endlich in die Verantwortung nehmen.
Rhine Cleanup in Neuss am 11. September – Foto: NABU/Bernd Schaller
28. Oktober 2021 – Jedes Jahr ziehen rund um den International Coastal Cleanup Day (ICCD), der dieses Mal für den 18. September ausgerufen wurde, Freiwillige auf der ganzen Welt los. Ihr Ziel: Meere, Seen, Flüsse, aber auch wasserfreie Gebiete von Müll befreien. In Deutschland beteiligten sich mehr als 500 fleißige Helfer*innen in insgesamt 54 Putzaktionen. 19 davon organisierten NABU-Gruppen, die restlichen Aktionen wurden über die Internetplattform Gewässerretter registriert.
Rhine Cleanup in Neuss am 11. September – Foto: NABU/Bernd Schaller
Die Auswertung aller gemeldeten Funde zeigt nun: gesammelt wurden 30.000 Teile, das macht über sieben Tonnen Müll. Bei aller Freude über das Engagement der Freiwilligen stimmt die Zahl besorgt, denn es landet immer noch viel zu viel Abfall in der Natur. Am häufigsten gefunden und entsorgt wurden Plastikteile wie Verpackungen und Zigarettenkippen, egal ob am Strand, Fluss, See oder auf Wiesen. Auffällig war in diesem Jahr zudem die hohe Anzahl gesammelter Glasflaschen und –scherben, mit über 4900 Teilen. Erstmals tauchten auch Atemschutzmasken in der Statistik auf, mit 86 Funden landeten sie vor Feuerwerkskörpern und Spielzeug.
Die Ergebnisse zeigen, dass die neue Bundesregierung entschieden gegen die Vermüllung der Natur und besonders der Meere vorgehen muss. Die Müllvermeidung muss an erster Stelle stehen, beispielsweise durch die konsequente Förderung und Umsetzung von Mehrwegsystemen. Aber auch die Hersteller, insbesondere von Einwegverpackungen sowie die Tabakindustrie, müssen in die Verantwortung genommen werden. So fordert es die europäische Einwegkunststoffrichtlinie. In der bisherigen Ausgestaltung durch die Bundesregierung bleibt die dringend nötige Lenkungswirkung hin zu Mehrweg- und Kreislaufsystemen bislang aus.
Bilanz der häufigsten und kuriosesten Fundstücke
Material
Stückzahl
Anderes Plastik / Verpackungsmaterial
6743
Zigarettenstummel (Plastik)
3412
Glasflaschen
2985
Glasscherben
1966
Mundschutzmasken
86
Feuerwerkskörper
80
Spielzeug (Plastik)
71
Schuhe
42
Windel
37
