Source: NABU – Naturschutzbund DeutschlandAltmunition raus aus Nord- und Ostsee
Unsere Meere müssen wieder sauberer werden. Nicht nur der Anteil an Plastik durch Fischernetze und Mikroplastik im Wasser nimmt zu. Auch die Hinterlassenschaften an Munition und Altlasten aus vergangenen Kriegen in Nord- und Ostsee sind enorm.
Bundestagswahl 2021: Meere sauber halten – Foto: NABU/Philip Scholl
Fast zwei Millionen Tonnen Kriegsaltlasten lagern als tickende Zeitbomben am Grund von Nord- und Ostsee. Diese Hinterlassenschaften sind nicht nur eine Gefahr für gestresste marine Ökosysteme, sondern auch für die Fischerei, die Schiffssicherheit und den Tourismus. Denn immer wieder kommt es zu Munitions- und Sprengstofffunden an den deutschen Küsten. Während Wissenschaft und Naturschutz vor den gefährlichen Auswirkungen warnen, scheitert die Politik an einer gemeinsamen Strategie für deren Entsorgung. Zusätzlich entsteht Stress durch Lautstärke: Granaten oder Torpedos, sowie der Bau von Offshore-Projekten wie Windparks oder Pipelines.
Das Thema Müll im Meer ist heute in der gesellschaftspolitischen Diskussion angekommen. Die wesentliche Ursache für vermüllte Strände, strangulierte Tiere und mit Mikroplastik belastete Fische und Muscheln liegt immer noch zu einem wesentlichen Teil durch die Verwendung von Plastiknetzen in der Fischerei.
Die Kriegsaltlasten sind eine Gefahr für das ganze marine Ökosystem. – Foto: Getty Images/JanJBrand
Noch immer lagern Millionen Tonnen von alter Munition in Nord- und Ostsee. – Foto: NABU/Ingo Ludwichowski
Alte Fischernetze tragen zusätzlich zur Vermüllung der Meere bei. – Foto: NABU/Kim Detloff
Unsere Forderungen an die nächste Bundesregierung:
Die nächste Bundesregierung muss der Vermüllung unserer Meere durch alte Plastiknetze der Fischerei ein Ende setzen. Dafür muss sie die europäische Einwegplastik-Richtlinie nutzen, um die erweiterte Produzentenverantwortung effektiv auf den Fischereisektor anzuwenden. Der NABU begrüßt die strengeren Vorgaben der Europäischen Kommission zum Müllmanagement in Häfen ebenso wie die sogenannte Einwegkunststoff-Richtlinie. Sie verbietet eine Reihe von Einwegprodukten, die viel zu oft zur tödlichen Falle für Meerestiere wurden, zum Beispiel Plastikbesteck, Wattestäbchen oder Kaffeebecher. Darüber hinaus müssen sich laut Richtlinie die Produzent*innen von Kunststoffartikeln viel stärker als früher an der Bewältigung der Umweltprobleme durch die Plastikflut beteiligen, ihre Produzentenverantwortung wurde stark erweitert. Nach Meinung des NABU ein Schritt in die richtige Richtung, aber nicht weit genug.
Altmunition raus aus Nord- und Ostsee: Weiterhin werden an den Küsten von Nord- und Ostsee Munitions- und Sprengstofffunde gemeldet. Teilweise sind diese stark beschädigt, da sie im Salzwasser kkkkorrodieren und so ihre giftigen Inhaltsstoffe in die Umwelt entlassen. Die Inhaltsstoffe der Altmunition sind krebserregendes und erbgutschädigendes TNT, leicht entflammbares Phosphor und Schwermetalle wie Quecksilber und Kadmium. Aber auch von den intakten Sprengkörpern im Wasser geht eine akute Gefahr für Menschen und Meeresbewohner aus. Wir fordern eine langfristige nationale Strategie zur flächendeckenden Kartierung, Bewertung und Bergung von marinen Kriegsaltlasten, die in europäische Lösungen einzahlt. Für den Fall unvermeidbarer Sprengungen muss der Einsatz technischer Schallschutzmaßnahmen verbindlich sein. Es ist Zeit für ein einheitliches umweltschonendes Vorgehen beim Umgang mit dem gefährlichen Erbe der Weltkriege.
Um die Munitionsaltlasten sicher und umweltverträglich zu bergen und zu entsorgen, fordert der NABU einen Fonds in Höhe von 100 Millionen Euro. Damit soll ein Ostsee-Pilotprojekt gestartet werden, um technische Kapazitäten der Munitionsentsorgung auszubauen.
Die NABU-Kernforderungen zum Download
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Bundestagswahl 2021
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